Zeitlos und tragbar

  /  20.10.2014

Hubert de Givenchy beschwert sich aktuell über den Mangel an Zeitlosigkeit der Mode. Diese sollte sich seiner Meinung nach langsam entwickeln und nicht schnell auf den Markt gebracht werden. Givenchy hat dabei eine französisch-italienische Designerin zum Vorbild.

Givenchy-Show, Fashion Week Paris, März 2014

Hubert de Givenchy empfindet die aktuellen Modekollektionen als zu schnell auf den Markt gebracht. Der Designer, der unter anderem Audrey Hepburn einkleidete, erklärt der spanischen Nachrichtenagentur EFE: „Mode sollte sich langsam entwickeln, ohne irgendeine Form der Revolution. Nur so kann ein Kleid zeitlos werden.“ Im Vergleich mit der Designerin Elsa Schiaparelli, einer bekannten Rivalin von Coco Chanel, kommen die aktuellen Designer-Größen nicht gut weg: „Sie hatte Geschmack und sie war nicht vulgär. Selbst wenn sie ein Kleid mit Hummer-Muster anhatte, war das schick. Heute passiert so etwas nur selten.“

Givenchy ist bekannt dafür, tragbare Kollektionen zu entwerfen. Er bereut auch seine Entscheidung, Designer-Kleidung den Massen zugänglich gemacht zu haben, keineswegs: „Wenn ich noch einmal von vorne anfangen könnte, würde ich alles genauso machen. Alltagsmode ist die Zukunft. Der Kunde kauft zwei oder drei Teile und kann sie kombinieren, wie er möchte.“ Der 87-Jährige widmet außerdem seinen Dank dem 1972 verstorbenen Cristóbal Balenciaga, der ihn während seiner Karriere stark unterstützt haben soll. Givenchy erzählt: „Er stand mir immer mit Rat zur Seite und war ein großartiger Mensch.“