Simons vs. Galliano?

  /  15.11.2012

Der belgische Designer Raf Simons hat eine sehr eindeutige Meinung zu der Arbeit seines Vorgängers bei Christian Dior. Aber vielleicht möchte er damit auch nur sagen, dass es irgendwann für jeden an der Zeit ist, zu gehen?

Raf Simons

?Raf Simons findet die Arbeit von John Galliano nicht mehr relevant. Der Grund für das Urteil des Designers: Die Freiheit der Frau werde mit der Mode des Briten nicht ausreichend repräsentiert. „Ich habe so viel Respekt vor Johns technischen Fähigkeiten und seiner Fantasie“, erzählt der Belgier der australischen Vogue. Er erklärt: „Es ist aber etwas, von dem ich nicht glaube, dass es noch relevant ist, besonders weil es die Frau so beschränkt, die in jedem anderen Bereich des Lebens so viel Freiheit hat.“

Raf Simons übernahm 2012 den Posten des künstlerischen Direktors der Damenkollektionen von Christian Dior, den zuvor John Galliano innehatte. Letzterer hatte im Februar 2011 für Schlagzeilen gesorgt, als er Gäste eines Pariser Restaurants antisemitisch beleidigte. Bei Dior musste der 51-Jährige daraufhin seinen Hut nehmen.

Nachfolger Simons präsentierte seine ersten beiden Arbeiten für das Modehaus – die Herbst/Winter-Kollektion 2012 sowie die Frühjahr/Sommer-Kollektion 2013 – und erhielt dafür überaus positive Kritiken. Besonders die Verknüpfung von traditionellen Idealen mit zeitgemäßen Styles wurde gelobt. Bevor Simons bei Dior das Ruder übernahm, war er von 2005 bis 2011 als Kreativchef bei Jil Sander tätig. Das Ende kam, weil die Zeit reif war. Das habe der 44-Jährige gewusst. „Statt wie ein Designer habe ich mich eher wie ein Psychiater gefühlt, nur um die Stimmung meines Teams hochzuhalten.“