Petra Nemcova über die Modeindustrie

  /  10.08.2016

Model Petra Nemcova ist der Meinung, dass sich die Modeindustrie mittlerweile mehr Gedanken macht als früher, wenn es um soziale Werte und Verantwortung geht. Wie die 37-Jährige darauf kommt?

Petra Nemcova

Petra Nemcova findet, dass die Modeindustrie sozialer geworden ist. Das 37-jährige Supermodel überlebte knapp den Tsunami, dem im Jahr 2005 ganze 280.000 Menschen in Thailand zum Opfer fielen, darunter auch ihr Verlobter Simon Atlee. Nemcova betrachtet das Leben nun anders und hat ihre zweite Chance auch genutzt, um die Wohltätigkeitsorganisation Happy Hearts Fund zu gründen, die Schulen an Orten baut, die von Naturkatastrophen zerstört wurden.

Zu Beginn kostete die Organisation Nemcova sogar einige Jobs, da Modehäuser es nicht so aussehen lassen wollten, als versuchten sie mit ihrer tragischen Geschichte Geld zu verdienen. Doch nach elf Jahren hat sich die Situation verändert und die Fashion-Industrie scheint sich stärker in soziale Projekte zu involvieren. Das tschechische Model erklärt: „Nach dem Tsunami wollten viele Marken nicht mit mir arbeiten, da das Ganze ein sensibles Thema war. Sie wollten nicht opportunistisch aussehen oder so, als profitierten sie von dem Desaster. Heute sind die Marken aufmerksamer im Sozialen als noch vor zehn Jahren. Viele kümmern sich um unternehmerische Sozialverantwortung und suchen Leute, die dieselben Werte vertreten wie sie. Die Modeindustrie hat sich verändert und wenn heute Unternehmens-Botschafter gesucht werden, werden solche ausgesucht, die gute Werte vertreten oder auch andere Dimensionen als nur Mode.“