Niveau muss Prioritäten setzen

  /  09.01.2013

Laut Karl Lagerfeld muss man als Führungsperson eines großen Labels ein gewisses „Niveau“ mit sich bringen. Zeugt es von Niveau, keine Meetings zu besuchen? Im Fall von Lagerfeld scheinbar schon…

Karl Lagerfeld

Karl Lagerfeld ist während seiner gesamten Tätigkeit als Chanel-Kreativchef nie zu einem Meeting gegangen. Der Designer – der seit 1974 sein eigenes Label betreibt – hat seinen eigenen Weg der Business-Führung und findet es schlicht „ungesund“, nur nach dem Verkaufspotential eines Produkts zu fragen. „Ich bin in 31 Jahren noch nie zu einem Meeting gegangen“, bestätigt der gebürtige Hamburger gegenüber Women’s Wear Daily.

Was sich gut verkauft, daran denkt der 79-Jährige nicht. „Nein, ich danke Gott, dass ich es nicht tue“, berichtet der Modeschöpfer. „Dann würde es zum Marketing werden. Ich hoffe einfach, dass es sich verkauft, aber ich lege es nicht darauf an – das wäre sehr ungesund.“

Lagerfelds Vorstellung der Modeproduktion geht in eine deutlich romantischere Richtung. „Fashion gibt es, damit die Leute sie tragen können. Ich bin glücklich und gebe mich damit zufrieden, wenn ich sehe, dass so viele Leute auf der Welt Chanel mögen.“ Ein Designer eines Modeunternehmens wie Chanel zu sein, sei harte Arbeit – darüber beklagen würde er sich jedoch nie. „Wenn man den Job annimmt, weiß man, was die Konditionen sind. Nach einer gewissen Zeit sollte man nicht anfangen, sich als ein Opfer auszugeben. Will man auf diesem hohen Niveau arbeiten, muss man sich auch selbst auf das Niveau bringen. Wenn man glaubt, es sei zu viel, sollte man es nicht annehmen.“ Lagerfeld ergänzt zufrieden: „Ich tue es, weil ich es genieße.“

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