Nicht auf Glamour ausgelegt
/ 30.04.2013Miuccia Prada setzte mit ihren Kostümen für „The Great Gatsby“ nicht auf „Glamour“, sondern auf Psychologie. Zudem verrät sie, was das Interessante an den guten Stücken ist, denn eine Sache hat die Designerin besonders fasziniert.

Miuccia Prada
Miuccia Prada findet nicht, dass sich ihre Kostümdesigns für den bevorstehenden Film „The Great Gatsby“ durch besonderen „Glamour“ auszeichnen. Die Modeschöpferin durchstöberte gemeinsam mit Kostümdesignerin Catherine Martin die Archive ihrer Labels Prada und Miu Miu für die Hollywood-Produktion mit Leonardo DiCaprio. Zusammen wählten sie 40 Kleider aus, die für den Baz Luhrmann-Film aufbereitet wurden und nun nach Meinung Pradas eine „psychologische“ Funktion erfüllen, wie sie gegenüber Women’s Wear Daily verrät.
„Es ging für mich dabei nicht um Glamour, es war wirklich eine Persönlichkeitsstudie, sehr verinnerlicht“, so Prada über die Kleider für die Figur von Hauptdarstellerin Carey Mulligan. „Es sollte eigentlich um Leichtigkeit gehen – jetzt geht es um Geld, weil Luhrmann sie als die schönste und reichste Frau der Welt darstellen wollte.“
Dabei sollen sich die Kreationen aber nicht all zu pedantisch an dem historischen Vorbild orientieren, wie Kostüm-Designerin Martin ergänzt. „Ich könnte ein Foto oder eine Fashion-Illustration von 1920 finden, die fast jedes unserer Stücke, die wir für den Film gewählt haben, bestätigen würde“, ist sich Martin sicher, betont jedoch: „Aber wir machen hier keinen Dokumentarfilm.“
Prada zeigt sich beeindruckt von der Entwicklung ihrer Stücke. Dabei habe sie die wenigsten der Entwürfe tatsächlich mit Blick auf die Arbeit an „The Great Gatsby“ erschaffen. Die Verknüpfung zum 20er-Jahre-Thema sei viel mehr eine Sache der Perspektive und keineswegs im vornherein geplant. „Das ist das Interessante. Die Sichtweise kann die Dinge so stark verändern“, erzählt die 63-Jährige. „Vielleicht haben einige Kleider diesen gewissen Rahmen, aber keines von ihnen sollte auf die Zwanziger verweisen, als ich sie machte. Das hat mich wirklich fasziniert.“


