Modische Formel
/ 31.01.2013Jil Sander weiß, warum ihre Kreationen gut ankommen. Die Designerin hat eine Theorie, die erklärt, dass gerade wirtschaftlich schlechte Zeiten minimalistisches Design fordern. Wäre doch nur alles so leicht zu beschreiben…

Jil Sander
Interesse an Kleidung habe Jil Sander zwar schon immer gehabt, selbst etwas zu kreieren, konnte sie sich dagegen nicht vorstellen. Und so wurde sie „eher zufällig“ Designerin. Schon als Kind habe die deutsche Modeschöpferin angefangen, ihr Umfeld mit dem passenden Look zu versehen, den Anstoß zu einer Karriere in dem Business bekam Heidemarie Jiline Sander allerdings erst mit einem Job als Redakteurin für ein Modemagazin in Hamburg. „Die eigentliche Entscheidung, zu designen, kam ziemlich spät und war eher zufällig“, erzählt sie gegenüber der Elle. „Als ich Redakteurin war, war ich unzufrieden mit den Kleidern, die wir für Shootings bekamen. Also kontaktierte ich die Produzenten und machte Verbesserungsvorschläge.“
Daraufhin nahm die Karriere der 69-Jährigen ihren Lauf. „Später eröffnete ich einen Laden, in dem ich meine Kreationen lediglich als ein Produkt von vielen präsentierte. Dann entwickelten sich die Dinge sehr rasch“, erinnert sie sich.
Sander wurde für ihre minimalistischen Entwürfe bekannt und auch heute glaubt die Designerin noch an das Konzept der Schlichtheit – besonders während wirtschaftlicher Schwierigkeiten. „In ökonomisch kritischen Zeiten wie dieser, sind die Leute auf der Suche nach Understatement“, weiß Sander. „Sie wollen sich nicht verstellen oder sich auf unangebrachte Weise auftakeln.“


