Mangelnde Unterstützung?

  /  29.04.2013

Nicolas Ghesquière hat das Schweigen gebrochen und seinen Ausstieg nach 15 Jahren Balenciaga begründet. Insbesondere die letzten zwei, drei Jahre seien „eine Enttäuschung nach der anderen gewesen“. Warum dies wohl der Fall gewesen ist?

Nicolas Ghesquière

Nicolas Ghesquière hat sich erstmals zu seinem Ende bei Balenciaga geäußert und die fehlende Perspektive für seinen Abschied vom Kreativchef-Posten verantwortlich gemacht. Keine Vision, keine Unterstützung – das Fazit des Designers nach seinen 15 Jahren bei der französischen Marke, die im November 2012 ein überraschendes Ende fanden, fällt wenig positiv aus.

Wie Business of Fashion nach einem Interview Jonathan Wingfields vom Magazin System berichtet, sah der ehemalige Assistent von Jean-Paul Gaultier keine Chance mehr, sich mit den großen Labels der Industrie zu messen. „Meiner Meinung nach hat Balenciaga eine Geschichte, die genauso wichtig ist, wie die von Chanel, auch wenn der Name weniger bekannt ist. Es war modern, es war zeitgemäß und ich habe es immer als ein kleines Chanel oder Prada angesiedelt.“ Eine Ansicht, die sich vor allem wegen mangelnder Unterstützung nicht durchgesetzt habe. Es fehlten Partner, moniert Ghesquière. „Die Leute, die die Designer umgeben“, nennt der Franzose das, was Balenciaga seiner Meinung nach fehlt, um oben mitmischen zu können. „Miuccia Prada hat einen außergewöhnlichen Partner, wohingegen ich alles alleine machte“, so Ghesquière.

Unzufrieden machte den Modeschöpfer dabei auch, „dass es niemanden gab, der in Geschäftsfragen half. Sie wollten Unmengen Läden eröffnen in wirklich mittelmäßigen Räumen, in denen den Leuten die Marke einfach gar nicht bewusst werden kann“, erklärt er. „Das war eine Strategie, zu der ich einfach keinen Bezug finden konnte.“ Ghesquière erzählt weiter: „Besonders die letzten zwei oder drei Jahre waren eine Enttäuschung nach der anderen. Es war am Ende wirklich die fehlende Kultur, die mich gestört hat. Die stärksten Teile, die wir machten, wurden von den Geschäftsleuten komplett ignoriert.“

Nach dem Ausstieg Ghesquières, der sich verstärkt seiner eigenen Marke widmen möchte, fand Balenciaga mit Alexander Wang einen neuen Kreativchef.