Man lernt fürs Leben
/ 08.05.2013„Herr Galliano“, ruft ein junger Designstudent, „nehmen Sie mich dran, ich weiß die Antwort“. Könnte man sich so eine Situation an der New Yorker Parsons The New School for Design vorstellen mit John Galliano in der Rolle des Dozenten? Selbst wenn es nur für ein dreitägiges Seminar wäre?

John Galliano
Der viel diskutierte Designer John Galliano – der im Jahr 2011 aufgrund antisemitischer Kommentare von seinem Posten als Dior-Kreativchef enthoben wurde – sollte ursprünglich einen Kurs an der New Yorker Parsons The New School for Design abhalten, stieß bei dem Vorhaben aber auf Widerstand von Seiten der Studentenschaft. Diese hatte zu großen Teilen eine Petition unterschrieben, die eine Lehrtätigkeit des Modeschöpfers verhindern sollte – mit Erfolg. Gallianos dreitägiges Seminar „Show Me Emotion“, das den Zusammenhang von Emotionen und Fashion untersuchen sollte, fällt ins Wasser, wie aus einer Email hervorgeht, welche die Studierenden von der Hochschule bekamen. Dabei habe allerdings nicht der Protest der Teilnehmer zur Absetzung geführt.
Vielmehr steht in der Nachricht, wie es bei Fashionista heißt: „Es war eine Kondition unserer Vereinbarung, Herrn Galliano zu engagieren, dass wir auch eine größere öffentliche Diskussion veranstalten, in der auch ganz frei über seine Karriere gesprochen werden sollte. In Anbetracht der Details dieser Diskussionsrunde konnte eine Einigung mit Herrn Galliano schließlich nicht erreicht werden. Das Programm wird also nicht weitergeführt“, so die Erklärung der Schule.
In der Petition gegen ein Engagement des Designers ist derweil zu lesen: „Es ist ganz egal, ob es für drei Monate oder für drei Tage ist, jemanden anzustellen, der solch entsetzliche Kommentare von sich gegeben hat, zeigt, dass die Schule Galliano über die gesamte jüdische Studentenschaft erhebt. Es ist schändlich, jemanden zu beschäftigen, der für derart unmenschliche Kommentare verantwortlich ist.“


