Lagerfeld trifft wieder ins Schwarze
/ 07.12.2012Karl Lagerfeld scheint für Veränderungen in der Modebranche einen guten Riecher zu haben. Auch die Spekulation, Francois-Henri Pinault habe mit Alexander Wang Großes vor, bestätigt sich.

Alexander Wang
Francois-Henri Pinault möchte, dass Balenciaga mit Alexander Wang weiter wächst. Wang war kürzlich zum neuen Kreativchef des französischen Modehauses benannt worden, womit er die Nachfolge Nicolas Ghesquieres antrat. Pinault, Chef von PPR, dem Mutterkonzern von Balenciaga, ist sich derweil sicher, die richtige Entscheidung getroffen zu haben. „Wir wollen Balenciaga weiter aufbauen. Daher entschieden wir uns, die Zusammenarbeit mit Nicolas zu beenden. Nach 15 Jahren war das eine große Entscheidung“, so Pinault gegenüber Women’s Wear Daily. „Wir haben dann viel Zeit aufgewendet, zu verstehen, was die Marke ist und nicht, was der Mensch aus ihr macht. Und wir wollten das, was Nicolas aufgebaut hat, wirklich fortführen.“
Den richtigen Mann für diese Aufgabe sah man schließlich in dem amerikanischen Designer. „Alexander Wang ist jung und er hat eine sehr universelle Kultur. Er ist Amerikaner mit chinesischen Wurzeln“, erzählt Pinault. „Er hat großes Talent, nicht nur dann, wenn es um zugängliche Produkte geht. Auch auf Couture von Balenciaga kann sein Talent übertragen werden. Es wird eine große Herausforderung für ihn.“
Zudem zählt auch Wangs Standort in New York zu den Gründen, die Sympathien bei Pinault wecken – schließlich erleichtert dies gewisse Zugänge. Ein Umzug des in Paris ansässigen Unternehmens kommt allerdings nicht in Frage. „Mir gefällt, dass er jung und in New York verwurzelt ist. Damit können wir gleichzeitig einen größeren Bereich abdecken. Alexander hat dieses wunderbare, zeitgenössische Label mit seinem eigenen Namen, das hat aber nichts mit Balenciaga zu tun. Wir werden nichts an unserer Position verändern. Wir haben lange abgewogen, wo die Marke steht und wohin wir mit der Marke wollen, um möglichst modern und avantgardistisch zu sein und trotzdem von der Straße beeinflusst zu werden. Nicolas war darin einer der besten.“


