Kopierte Kunst?

  /  31.03.2015

Die britische Künstlerin Kesh will das Modehaus Versace verklagen, das ihren für American Apparel kreierten Shirt-Print in etwas abgeänderter Form verwendet haben und das entsprechende Tee nun für rund das Zehnfache verkaufen soll.

Donatella Versace

Versace soll angeblich einen T-Shirt-Print kopiert haben, den die britische Künstlerin Kesh entworfen hat. Die Urheberin des Musters hatte einen Screenshot des italienischen Labels mit dem schwarz/weißen Tee im Picasso-Stil gepostet. Lediglich das Medusa-Muster hatte die Marke hinzugefügt. Kesh ereiferte sich über die Tatsache, dass das Shirt für umgerechnet knapp 600 Euro bei Selfridges verkauft wird, zwei Jahre, nachdem ihr Original-Entwurf für die amerikanische Marke American Apparel für weniger als 27 Euro über den Ladentisch ging. Auf Instagram klagt die Künstlerin: „Das tut weh. 650 Dollar. Abzocke. Ausverkauft in drei Größen. Was soll dieses kranke Zeug? Von großen Designerlabels zu kleinen Boutiquen. Was ist das? Warum können diese Unternehmen oder Marken nicht ihre eigene Arbeit machen? Was ist passiert? Warum denken diese Menschen, dass alles, was sie auch nur ansehen, ihres sei? Dann macht es wenigstens besser als die Billigversion, Versace. Das sieht wie ein Erstentwurf aus.“ 

Die Britin, die mit bürgerlichem Namen Kesshia Kumari heißt, präsentierte ihre Shirt-Version mit dem Print als Teil einer Kollaboration mit American Apparel in der Frühjahr/Sommer-Kollektion 2013. Dem New York Magazine sagte sie: „Diese Kollektion ist aus den Werken meiner ersten Solo-Ausstellung entstanden. Diese Show zu entwickeln, hat mehr als zwei Jahre gedauert. Das ist auch mein Gesicht, das für 600 Dollar mehr verkauft wird. Das ist inakzeptabel.“ Ihre Sprecherin bestätigte, dass sie rechtliche Schritte einleiten werde: „Kesh wird auf jeden Fall klagen.“ Bisher hat sich das Label um Designerin Donatella Versace noch nicht geäußert.