Jil Sander: natürliche Autorität?
/ 27.02.2012Vor wenigen Tagen wurde bekannt, dass Jil Sander zu ihrem Brand zurückkehrt, das sie vor rund sieben Jahren verließ. Auch wenn das eine große Herausforderung für die 68-Jährige ist, verfügt sie über Eigenschaften, die bei ihrem Label-Comeback hilfreich sein könnten.

Jil Sander
Jil Sander, die im Jahr 2004 zum zweiten Mal die von ihr gegründete Modefirma verließ, kehrt am 28. Februar 2012 zu Jil Sander zurück und beschreibt diesen Schritt als „riesengroße Herausforderung“. Dass sie zu groß sein könne, befürchte die Designerin aber nicht, wie sie gegenüber der Frankfurter Allgemeinen Zeitung erklärt: „Es gibt schon eine Nüchternheit, denn die Herausforderung ist riesengroß. Aber ich habe der Mode ja nicht den Rücken gekehrt, ich habe für die japanische Firma Uniqlo die Linie +J entworfen.“
So brachte Sander in der Vergangenheit in Zusammenarbeit mit dem Label erschwingliche Kreationen auf den Markt, die aber nicht als „Billigmode“ bezeichnet werden sollen: „Wir haben in den gegebenen Grenzen das absolute Optimum herausgeholt. +J hatte Klasse und Qualität.“
Diese Erfahrung könne ihr nun auch von Nutzen sein, weiß die 68-Jährige: „Dass ich so sorgfältig und ökonomisch mit meinen Möglichkeiten umgehen und gleichzeitig in großen Stückzahlen planen musste, hat mich noch konzentrierter gemacht.“ Unter fremder Leitung zu ihrem eigenen Label zurückzukehren und für dieses zu arbeiten, sieht die Designerin nicht unbedingt als Problem an, da sie „über eine natürliche Autorität“ verfüge, „die ich nicht unbedingt als Unternehmenseigner unter Beweis stellen muss.“


