Israels Kampf gegen den Magerwahn

  /  04.01.2013

In Israel soll seit Jahresbeginn ein neues Gesetz gegen Unterernährung in der Modebranche vorgehen. Kritiker äußern jedoch Zweifel, ob dies der richtige Weg ist und fragen, ob sich Kunst überhaupt staatlich regeln lässt.

Bar Refaeli

In Israel ist mit Beginn des neuen Jahres 2013 ein Gesetz in Kraft getreten, das untergewichtige Models aus der Werbung verbannt. Mit diesem Schritt, der bereits im März 2012 beschlossen wurde, soll der Kampf gegen Essstörungen junger Frauen vorangetrieben werden. Die Models müssen somit künftig mittels Attest nachweisen, dass sie nicht unterernährt sind. Als Maßstab gilt hier der sogenannte Body Mass Index (BMI), der Untergewicht über das Verhältnis des Körpergewichts zur Körpergröße ermittelt. Zulässig sind ab sofort nur noch Werte ab 18,5 – bei einer Körpergröße von 1,72 Meter dürfte das Model demnach nicht weniger als 54 Kilogramm wiegen. Zum Vergleich: Israels Top-Model Bar Refaeli kommt bei einer Größe von 1,74 Meter und einem Gewicht von circa 62 Kilo auf den Wert 20.

Neben dem Verbot der Produktbewerbung mit unterernährten Models tritt in Israel zudem eine Kennzeichnungspflicht für digital bearbeitete Bilder in Kraft, sofern die Models dünner dargestellt werden, als sie tatsächlich sind. Nach Meinung von Kritikern geht das neue Gesetz in Israel jedoch in die falsche Richtung. Die Ablehnung richtet sich dabei auf die Fokussierung des Körpergewichts. Wichtiger sei eine Sicherstellung des generellen Gesundheitszustandes.

Susan Ice – Vize-Präsidentin am Renfrew Center, einer Pionier-Einrichtung für die Behandlung von Essstörungen – sagt gegenüber Yahoo! Shine: „Diese Herangehensweise wird nicht funktionieren.“ Ice, die in Zusammenarbeit mit dem Council of Fashion Designers of America (CFDA) Richtlinien für ein gesundes Arbeitsumfeld in der Mode-Industrie erarbeitet hat, fährt fort: „Wir können niemandem vorschreiben, wie er seine Kunst auszuüben hat. Wenn Designer Frauen wollen, die wie Jungs aussehen, oder Frauen, die wie achtjährige Mädchen aussehen, können wir das nicht ändern.“