Im goldenen Käfig?
/ 01.09.2015Designer Alexander McQueen hat sich 2010 das Leben genommen – sein Biograf Andrew Wilson machte nun indirekt auch die Zusammenarbeit mit der Gucci Group dafür verantwortlich, die viel Stress verursachte.

Alexander McQueen
Alexander McQueen hätte niemals Anteile an Gucci verkaufen sollen, das glaubt zumindest sein Biograf, Autor Andrew Wilson, der das Buch „Alexander McQueen: Blood Beneath the Skin“ schrieb. Im Jahr 2000 wanderten 51% des Labels an die Gucci Group, das habe dem bereits labilen Designer noch mehr Stress bereitet. 2010 nahm er sich das Leben. Der Autor sagte gegenüber WWD: „Es ist sehr schwer, das Leben von jemand anderem niederzuschreiben, aber er hätte vielleicht niemals bei Gucci einsteigen sollen oder sein Unternehmen an Gucci verkaufen sollen. Danach fühlte er sich wie in einem goldenen Käfig. Als das Geld weiter geflossen ist, nahm auch der Drogenkonsum zu und die Paranoia. Aber ein Selbstmord ist immer eine komplexe Sache, da kann man keine knappe Antwort geben. Seine Familie hat eine längere Grusel-Historie mit Morden und Horrorgeschichten.“
Bis zuletzt lebte der Modemacher ein sehr intensives Leben, hätte gern zwei Kollektionen an einem Tag entworfen und schien alles auf einmal gewollt zu haben. „Gegen Ende hat er sich von Leuten verabschiedet. Er sagte seinem Kollegen Sebastian Pons, ‚Ich habe gerade meine letzte Kollektion entworfen’, und kündigte an, sich eventuell vor der gesamten Modepresse auf einer seiner Schauen umzubringen. Viele Menschen, die er gekannt hat, trauern noch immer. Und sie werden es noch für viele Jahre tun.“


