Hassliebe?

  /  03.01.2013

Vivienne Westwood spricht von Hass, wenn sie über ihren Beruf als Designerin berichtet. Aber ist bei einer Karriere, die nun schon über 40 Jahre andauert, Kritik nicht eher an der Branche als an der Tätigkeit berechtigt?

Vivienne Westwood

Vivienne Westwood hatte in ihrer mittlerweile über 40-jährigen Karriere oft Momente, in denen es schwer war, weiterzumachen – besonders als die Medien sie über einen langen Zeitraum weitgehend ignorierten. Doch nicht nur gegen mangelndes, öffentliches Interesse musste sich Westwood zur Wehr setzen, sondern auch gegen ihre eigenen Motivationsprobleme. „Ich habe Fashion gehasst“, sagt die Modeschöpferin und erklärt: „Es kommt immer ein Punkt, an dem du denkst: ‚Das ist unglaublich.’ Wenn man wirklich befriedigt ist. Aber das ist wirklich harte Arbeit.“ Um sich in ihrem Job bei Laune zu halten, hat Westwood eine eigene Strategie. „Ich sage mir: ‚Wenn du dieses Paar Hosen fertig hast, kannst du dein Buch weiterlesen.’“

Doch nachhaltig im Fashion-Business Fuß zu fassen, wurde ihr nicht leicht gemacht. „Ich war erfolgreich, als ich anfing. So läuft das in der Modebranche – das Neue ist angesagt. Danach wollen sie einen anderen Neuen. Ich wurde für bestimmt zehn Jahre komplett von der Fashion-Presse ignoriert“, so die Engländerin, die darin ein typisch britisches Phänomen sieht. „In Frankreich würden sie sich besser um dich kümmern. In England sind sie so kleinbürgerlich.“

Die Designerin verrät zudem ihre Sympathie für Jerry Hall. Das Model sei die ideale Repräsentantin für ihre Kreationen und für Westwood der Inbegriff von Glamour. „Ich eröffnete einst meine Show mit ihr. Ich glaube, sie spürt dieses glamouröse Hollywood-Gefühl“, so Westwood. „Sie trägt Parfüm auf, bevor sie den Laufsteg betritt. Sie ist umwerfend.“