Gewagt, gewagt!

  /  19.04.2012

Kaum jemand wagt es, sich ernsthaft mit US Vogue-Chefin Anna Wintour anzulegen. Ein Designer schießt jetzt aber gegen die in der Modewelt von vielen gefürchtete Journalistin. Ob das wirklich eine gute Idee ist?

Roberto Cavalli

Roberto Cavalli rechnet mit Anna Wintour ab. Der italienische Modedesigner kann mit amerikanischer Mode nichts anfangen und ist kein Fan der Chefin der US-Edition der Vogue. „Wenn ich mir Sachen anschaue, dann sehe ich viel Monotonie“, äußert sich der 71-Jährige in einem Interview mit D. La Reppublica. „Schauen Sie sich nur amerikanische Mode an, die eigentlich nur fast Mode ist. Sie ist schrecklich und man kann sie sich fast gar nicht ansehen, aber sie wird angetrieben von einer bedeutenden Journalistin, Anna Wintour, die möchte, dass alle Frauen wie sie sind und sich so kleiden wie sie.“

Auch an Schulen für Modedesign lässt Cavalli kein gutes Haar, da er glaubt, dass die studierten Designer „zu minimalistisch sind“ und zu sehr darauf achten, tragbare Mode zu entwerfen, „weil sie Professoren haben, die den Stil von Designs verfolgen, die zu industriell und kommerziell sind.“

Er selbst wird vor allem auf Reisen von kleinen Details inspiriert, die er fotografiert und sich später immer wieder anschaut, bis sie zu Ideen werden. Deshalb gibt er künftigen Modeschöpfern einen Tipp mit auf den Weg: „Versucht anders zu sein und probiert, kunstvolle Mode zu entwerfen. Die kann dann verwandelt, verändert und variiert werden, um auf die Tragbarkeit Rücksicht zu nehmen und die Möglichkeit in Betracht zu ziehen, dass sie wirklich angezogen wird. Versucht vorrangig, Modekünstler zu sein, weil es bereits zu viele Modedesigner gibt.“

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