Gegen Galliano
/ 16.04.2013Der israelische Rundfunk will weiterhin John Gallianos Arbeit boykottieren und verbot nun eine seiner Kreationen für eine israelische Sängerin. Es gibt aber auch Menschen, die auf der Seite des Designers stehen und ihm eine neue Chance geben wollen.

John Galliano
Die israelische Teilnehmerin am Eurovision Song Contest (ESC), Moran Mazor, darf kein Outfit von Designer John Galliano tragen. Nach Meinung der öffentlichen Rundfunkanstalt des Landes, der Israeli Broadcasting Authority (IBA), sei es „inakzeptabel“, Galliano – der 2011 wegen antisemitischer Äußerungen in einem Pariser Café von seinem Posten als Kreativchef von Dior enthoben wurde – mit dem Auftrag zu betrauen, einen Repräsentanten von Eurovision einzukleiden, während Rassismus und Antisemitismus in Europa noch immer ein Problem darstellten.
Kritisch zu der Maßnahme der IBA äußerte sich hingegen Abraham H. Foxman, Vorsteher der Anti-Defamation League, nachdem Galliano Bestrebungen zeigte, seinen Fehler wieder gutzumachen und auch im Modebusiness mithilfe einer Zusammenarbeit mit Oscar de la Renta wieder Fuß zu fassen.
Foxman betont gegenüber der New York Times: „John Galliano arbeitet hart daran, nicht nur seine Weltsicht zu ändern, sondern versucht auch Beziehungen zu knüpfen. Es ist toll zu sehen, dass er sich mit israelischen Künstlern zusammenschließt. Die IBA muss einsehen, dass dies ein anderer Mann ist – er hat uns beständig gezeigt, dass er die nötigen Schritte tut, seine Fehler zu verstehen und aus ihnen zu lernen. Zu diesem Zeitpunkt ist es nicht konstruktiv, ihn weiterhin zu boykottieren.“
Galliano hatte sich nach seinen Äußerungen entschuldigt und seine Alkoholsucht therapiert, die für seine Entgleisung verantwortlich gewesen sein soll.


