Eine Spirale ohne Kontrolle
/ 06.11.2014John Galliano, ehemaliger Chefdesigner von Dior, verlor vor Gericht mit seiner Klage gegen seinen Ex-Arbeitgeber und damit nicht genug: Der 54-Jährige wurde sogar selbst zu einer Geldstrafe verurteilt, die allerdings nicht ganz so hoch ausfiel.

John Galliano
John Galliano verlor vor Gericht mit seiner Klage gegen seinen Ex-Arbeitgeber Dior und John Galliano S.A. Der Designer wurde im Jahr 2011 gefeuert, nachdem er in einem Pariser Café bei der Äußerung antisemitischer Parolen gefilmt worden war. Infolgedessen klagte er und forderte Schadenszahlungen zwischen 2,4 und 13 Mio. Euro. Am 4. November 2014 urteilte das Gericht in Paris jedoch nicht zugunsten des Kreativen – ganz im Gegenteil – er muss jetzt sogar selbst einen symbolischen Euro sowohl an Dior als auch an John Galliano S.A. zahlen. Als der ehemalige Dior-Chefdesigner das Gericht verließ, nahm er persönlich jedoch noch keine Stellung zu dem Ein-Euro-Urteil.
Der 54-Jährige behauptete, dass LVMH, das französische Mutterunternehmen von Dior und John Galliano S.A., von seinen Drogen- und Alkoholproblemen Bescheid wusste. Es habe sogar eine Sorgfaltspflicht für ihn gehabt, die laut Galliano jedoch stark vernachlässigt wurde. „Die beiden Firmen hatten vollständige Kenntnis über meinen Zustand. Ich habe Valium genommen, damit konnte ich meine Kollektionen zu Ende stellen“, erklärte er im Gerichtssaal. Gegenüber WWD erzählte er weiter: „Ich kann das Geschwätz über mich nicht so stehen lassen, nachdem ich für Dior 17 Jahre lang gearbeitet habe. Während all der Jahre als Kreativdirektor in dem Haus habe ich nie richtig realisiert, auf wessen Kosten der Erfolg geht: auf meine physische und mentale Gesundheit. Immer mehr Arbeit, immer mehr Verpflichtungen, immer mehr Druck – eine gefährliche und krankhafte Spirale ohne Kontrolle.“


