Eine Nummer zu klein
/ 01.03.2013Die berühmte Size Zero, ein Segen oder ein Fluch? Sie gilt als die Zahl in der Modeindustrie, die wie ein magisches Zeichen über vielen Laufstegen schwebt, dabei gab es schon in der Vergangenheit immer wieder lautstarke Proteste. Jetzt klinkt sich auch ein ehemaliges Übergrößen-Model in die Diskussion ein.

Crystal Renn
Crystal Renn ruft die Modewelt zum Umdenken auf: Schluss mit „Size Zero“, findet das ehemalige Plus-Size-Model und setzte sich bei einer Diskussion für einen größeren Konfektions-Standard ein. Das ehemalige Übergrößen-Model glaubt an ein Ende der Minimalgröße und ruft Designer zum Umdenken auf – die kontroverse Größe 0 als ideales Maß gehört nach Meinung der 26-Jährigen jedenfalls schon bald der Vergangenheit an. Die Zukunft gehöre derweil den laut Renn solideren Größen 6 bis 8 – in Deutschland entspricht das einer 34 bis 36.
Bei einer Diskussion, organisiert von der Gesundheitsorganisation National Eating Disorders Awareness sprach sich Renn für eine neue Wahrnehmung aus. „Mit einem Standard von Größe 8 hätten die Designer viel mehr Freiheiten“, zeigte sie sich überzeugt und kündigte darüber hinaus an: „Die meisten der Models werden eine Größe 6 bis 8 sein. Außerdem kann man auch eine 10 haben. Und falls mal ein wirklich umwerfendes Model mit Größe 0 auftaucht, kann man die Kleider locker auf ihre Größe herunter schneiden“, hielt Renn sogar bereits einen Kompromissvorschlag bereit.
Derweil rühmt die Amerikanerin Vorreiter wie Zac Posen, die ihrer Meinung nach große Vielfalt in ihre Catwalk-Shows integrieren. „Es gibt einige Leute, die die Sache anführen – Zac Posen ist einer von ihnen. Beim Modeln geht es hauptsächlich um Schönheit, aber es geht auch um Energie – nicht so sehr um die Größe.“
Die Standards in der Fashion-Industrie tadelte bei der Veranstaltung zudem auch Model-Agent Chris Gay und bezeichnet sie schlichtweg als „lächerlich“ und „unrealistisch“. Es seien „keine Standards, die eine Frau während ihrer Karriere oder ihres Lebens einhalten kann.“ Sein hartes Urteil: „Man ersetzt hier gute Models mit neuen Models, nur aufgrund von unrealistischen Standards.“


