Eine eigene Dokumentation
/ 16.07.2015Die Geschichte des transsexuellen Models Andreja Pejić soll verfilmt und eventuell im Rahmen des Sundance Film Festivals zum ersten Mal gezeigt werden. Die 23-Jährige reflektiert in der Doku die ersten 18 Monate ihres Lebens als Frau...

Andreja Pejić
Andreja Pejić arbeitet an einem eigenen Film mit dem Titel „Andrej(A)“. Bekannt wurde das Model im Jahr 2011, als es dank seines androgynen Looks sowohl für die Männer- als auch für die Frauen-Show des Designers Jean Paul Gaultier auf dem Laufsteg zu sehen war. Zentrales Thema des Films sind Freud und Leid der Umwandlung vom Mann zur Frau. „Ich habe zuvor niemals darüber nachgedacht, mich auf diese Weise filmen zu lassen“, sagt die 23-jährige Pejić. Die Finanzierung des Films über die Crowdfunding-Plattform Kickstarter ermöglichte ihr eine beträchtliche Kontrolle über das kreative Projekt, brachte aber auch Stress mit sich. „Unabhängig von Förderern einen Film zu machen, ist sehr schwierig“, erklärt sie gegenüber dem britischen Stylemagazin Dazed. „Es ist hart, Geld aufzubringen, wenn das Projekt kein Geld einbringt. Aber wir haben genug zusammenbekommen, um die Kosten zu decken... Hoffentlich können wir den Film bei dem Sundance Film Festival zum ersten Mal zeigen.“
Im Vorfeld des Dokumentarfilms warf Pejić einen Blick zurück auf ihre ersten 18 Monate als Frau. „Für viele von euch ist eine transsexuelle Frau immer alleine. Wenn Menschen aus meiner Perspektive heraus über die Zukunft nachdenken, sehen sie auch oft die Einsamkeit. Sie sehen einen nicht mit jemandem gemeinsam alt werden. Aber die Welt hat sich verändert. Ich habe bisher viele positive Erfahrungen gemacht. Es gibt viele Männer, die einen so akzeptieren, wie man ist und sogar ein Stück weit verstehen können. Das ist erfrischend zu sehen, weil ich für viele immer nur jemand mit einem Fetisch war. Die Liebe fühlt sich besser denn je an und vielleicht werde ich irgendwann einmal sagen: ‚Hol das Hochzeitskleid von Gaultier aus dem Schrank.’“ Auch Caitlyn Jenner bekommt mit „I Am Cait“ ihre eigene Dokumentation.


