Ein Psychiater für alle Fälle

  /  11.01.2013

Wie würde die aktuelle Frühjahr/Sommer-Kollektion 2013 von Dior wohl aussehen, wenn nicht Raf Simons, sondern Marc Jacobs sie kreiert hätte? Das weiß niemand – nicht einmal Jacobs’ Psychiater…

Marc Jacobs

Marc Jacobs lehnte den Posten des Kreativchefs bei Dior auf Grund seines Psychiaters ab. Der riet dem 37-Jährigen vom Engagement bei dem französischen Label ab, das daraufhin Raf Simons einstellte. „Es war mein Psychiater, der fragte: ‚Wie würde dies die Qualität deines Lebens verbessern?’ und ich antwortete: ‚Das würde es nicht’“, erinnert sich der Modeschöpfer an die Gespräche mit seinem Vertrauten. Jacobs resümiert: „Es hätte zwei Shows mehr pro Jahr bedeutet – und dann die Nachfolge von Galliano, nach dem, was er geleistet hat – wann würde ich da noch mein eigenes Leben leben?“

Auch ohne den Designer-Posten bei Dior hat Jacobs immerhin noch bei drei Fashion-Unternehmen das kreative Sagen – bei seinen eigenen Labels Marc Jacobs, Marc by Marc Jacobs genauso wie bei Louis Vuitton. Und das, obwohl er „niemals davon geträumt“ hat, Couture zu designen, da es „ein sehr schwieriges Arbeitsumfeld“ zu sein schien. Schließlich ist auch Jacobs nicht unantastbar. „Ich bin ein menschliches Wesen, auch ich bin verletzbar“, erzählt der gebürtige New Yorker gegenüber Women’s Wear Daily. „Es gibt sehr wenige Journalisten, die ich mag – und das meine ich nicht aus Boshaftigkeit. Ich denke, sehr viele von ihnen wissen gar nicht, was sie sehen. Ich halte Kritik selten für gerechtfertigt“, fährt Jacobs fort. „Mit konstruktiver Kritik kann ich gut umgehen, aber nicht mit Stupidität.“