Die Arroganz der Jungdesigner

  /  21.01.2013

Stylistin Jessica Paster kritisiert junge Designer, die Ego mit Business verwechseln. Ihrer Meinung nach sollte der rote Teppich nicht unterschätzt und die bekannte Persönlichkeit, die ein Outfit trägt, nicht überschätzt werden.

Jessica Paster

Jessica Paster ruft junge Designer bei der Wahl ihrer prominenten Kunden zu mehr Offenheit auf. Die Stylistin – die Persönlichkeiten wie Cate Blanchett, Emily Blunt und Miranda Kerr zu ihren Klienten zählt – findet, dass viele Nachwuchs-Designer auf Grund ihrer wählerischen Art die Chance verpassen, sich auf dem roten Teppich einem breiteren Publikum zu präsentieren.

Das Problem, das sich auch bei den diesjährigen Golden Globe Awards wieder gezeigt habe, erklärt Paster gegenüber Fashionista: „Man hat Jason Wu oder Prabal Gurung nicht auf dem roten Teppich gesehen, weil sie, statt offener zu sein, darauf warten, die Kunden zu bekommen, die sie glauben, verdient zu haben.“ Die Beraterin weiß: „Jeder denkt: ‚Nein, ich will Cate Blanchett. Nein, ich will Cate Blanchett. Nein, ich will Cate Blanchett.“

Dabei liegt das Geheimnis nach Meinung von Paster darin, seine Designs generell auf dem roten Teppich zu präsentieren – ganz egal an wem. „Wenn man seine Kleider auf den roten Teppich bekommt, verkauft man sie auch. Aber stattdessen müssen diese Designer eine Kollektion für so und so machen – weil sich ihre Stücke offenbar nicht verkaufen“, vermutet die Kalifornierin. „Sie wollen berühmte Personen und dadurch verlieren sie die Chance, ihre Arbeit zu präsentieren“, fährt sie fort. „Es gibt zwei Gründe, jemanden für den roten Teppich einzukleiden: Ego und Business. Ich habe einfach das Gefühl, dass die aufstrebenden Designer offener in ihrer Wahl sein müssen.“