Designer vs. Künstler
/ 05.08.2015Jeremy Scott soll ein Kunstwerk des Streetart-Stars Joseph Tierney für seine neue Kollektion verwendet haben. Letzterer möchte nun, dass dem Designer verboten wird, die entsprechenden Teile zu verkaufen. Und das ist noch nicht alles…

Jeremy Scott
Jeremy Scott und das Label Moschino, für das der Designer tätig ist, sind von Joseph Tierney verklagt worden. Der Graffiti-Künstler ist in der Szene unter dem Namen Rime bekannt und behauptet, dass Scott eines seiner Kunstwerke kopiert hätte, dass er 2012 für eine Kunstorganisation in Detroit, Michigan, angefertigt habe. Das Graffiti habe er nun in der Herbst/Winter-Kollektion 2015/16 der Marke entdeckt. Es soll fast eins zu eins auf ein schwarzes Abendkleid gedruckt worden sein, das auf dem Laufsteg von Model Gigi Hadid beim diesjährigen Met Ball in New York vorgeführt wurde.
Auch in weiteren Designs der Range will Tierney seine Kunst entdeckt haben. So sollen Katy Perry und Scott selbst an dem Gala-Abend Stücke getragen haben, die mit Graffitis von ihm versehen waren. Abgesehen davon, dass es nicht rechtens sei, sich ungefragt an seiner Kunst zu bedienen, halte es Tierney sowieso nicht für richtig, Straßenkunst und High Fashion zu verbinden. Graffiti auf „ultra teure Klamotten zu drucken“ sei schlicht und einfach sehr „provokant“, wird er von der britischen Vogue zitiert. Es sei daher kein Wunder, dass Katy Perry nach dem Met Ball auf der Liste der am schlechtesten angezogensten Promis gelandet sei.
Tierney fordert von Moschino, die Klamotten, die mit seinen Graffitis versehen wurden, nicht weiter zu verkaufen sowie Schadensersatz für den Kunstklau. Das Label und Jeremy Scott haben sich bislang nicht zu den Vorwürfen geäußert.


