Das Enfant terrible meldet sich zurück
/ 21.01.2013Fast zwei Jahre ist es nun her, dass sich John Galliano gezwungenermaßen von der Modebühne verabschiedete. Nun beginnt er dank Oscar de la Renta, sich langsam wieder in den Modezirkus einzugliedern.

John Galliano
John Galliano ist zurück auf der Modebühne. Der britische Designer – der im Jahr 2011 auf Grund von anti-semitischen Kommentaren in einem Pariser Café in öffentliche Ungnade gefallen war und in der Folge seinen Kreativchef-Posten bei Dior räumen musste – hat sich nun im New Yorker Studio vom Fashion-Kollegen Oscar de la Renta einquartiert. „John und ich kennen uns schon seit vielen Jahren und ich bin ein großer Bewunderer seines Talentes“, erzählt de la Renta. Der 80-Jährige versichert: „Er hat lange und hart an der Wiederherstellung seines Rufs gearbeitet und ich bin froh, ihm die Gelegenheit zu geben, in die Fashion-Welt zurückzukehren.“
In den nächsten drei Wochen werde Galliano in de la Rentas Studio mitarbeiten, während sich dieser auf die New Yorker Modewoche vorbereitet. Nach seinem unrühmlichen Ausscheiden bei Dior designte der 52-Jährige noch Kate Moss’ Hochzeitskleid im Juli 2011 und war für kurze Zeit als neuer Kreativchef des neugegründeten Labels Schiaparelli im Gespräch.
Darüber hinaus verbrachte Galliano einige Zeit mit dem Kampf gegen die Alkoholsucht, die auch zu seinem Aussetzer in dem Pariser Café geführt habe. „Ich bin Alkoholiker“, gesteht Galliano gegenüber Women’s Wear Daily. „Die letzten beiden Jahre machte ich eine Entziehungskur. Einige Jahre bevor ich trocken war, bin ich dem Wahnsinn dieser Krankheit verfallen. Ich sagte und tat Dinge, die andere verletzten, besonders Anhänger der jüdischen Gemeinde.“ Galliano zeigt sich einsichtig: „Ich habe meine Reue privat und öffentlich ausgedrückt und ich werde damit weitermachen.“ Die Chance, die er nun von de la Renta erhält, weiß der Modeschöpfer zu schätzen. „Ich bin Oscar dankbarer, als ich es in Worte fassen könnte, dass er mich in die familiäre Atmosphäre seines Design-Studios eingeladen hat“, berichtet er. „Seine Unterstützung und sein Glaube in mich machen mich demütig.“


