Danke, Kate!

  /  06.06.2013

Designer John Galliano hat sein erstes Interview nach seinem Antisemitismus-Skandal im Jahr 2011 gegeben, zeigt sich dabei „fast ein bisschen dankbar für das, was passiert ist“ und findet zudem besonders für eine Person lobende Worte…

John Galliano

John Galliano zeigt sich dankbar gegenüber Kate Moss. Der Modeschöpfer gab sein erstes Interview seit seinem unrühmlichen Abgang von Dior, wo er 2011 wegen antisemitischer Kommentare in einem Pariser Café geschasst wurde und rühmt dabei vor allem das Model. Moss habe ihn gerettet, als sie dem Briten trotz des Skandals, der Galliano fortan anhaftete, den Auftrag für ihr Hochzeitskleid übertrug – und das, während sich der exzentrische Designer bereits im Alkohol- und Medikamentenentzug befand. „Kates Hochzeitskleid zu erschaffen hat mich persönlich gerettet, weil es meine kreative Rehabilitation war. Sie hat mir erlaubt, wieder ich selbst zu sein“, betont Galliano gegenüber der Vanity Fair.

Moss – die in der Vergangenheit bereits als Kampagnengesicht für Dior fungierte – trug bei ihrer Hochzeit mit Jamie Hince im Juli 2011 Gallianos Kreation, ein Kleid im 20er Jahre-Stil, und verrät der Zeitschrift, dass sie und ihr Lebensgefährte bereits vor dem Skandal das Dior-Mastermind in Betracht gezogen hatten. Ihrem Hochzeitskleid misst das Model derweil großen Symbolcharakter bei. „Goldene Pailletten in der Form des Phoenix“, beschreibt sie das Dress, „als ob er sagen wollte, er würde damit wieder aus der Asche auferstehen.“

Moss hatte nicht selten selbst mit Skandalen um ihre Person zu kämpfen und hält fest, wie wichtig ihr die Unterstützung für den Freund war. Sie verrät über ihre Hochzeitsfeier: „Als mein Vater seine Rede hielt, dankte er jedem und bezog sich dann auf das Genie von Galliano, der das Kleid seiner Tochter erschaffen hat. Jeder erhob sich und gab Standing Ovations. Es war unheimlich bewegend, weil John plötzlich merkte, dass er nicht allein war.“

Galliano zeigt sich in dem Interview derweil versöhnlich mit seinem Verhalten. „So komisch es auch klingt“, gibt er zu, „aber ich bin fast ein bisschen dankbar für das, was passiert ist. Ich habe so viel über mich selbst gelernt. Ich habe den kleinen Jungen wieder gefunden, mit diesem Hunger aufs Erschaffen, den ich wohl verloren hatte. Ich bin lebendig.“