Alber Elbaz: Moderne Fashion ist hässlich
/ 02.03.2012Auf den Catwalks geht es gerne bunt, wild und verrückt zu, man könnte fast meinen, dass die Designer ihre Kollektionen unter der Prämisse „je ausgefallener, desto besser“ entwerfen. Alber Elbaz macht dabei allerdings nicht mit, denn er hat eine ganz eigene Vorstellung von Modernität.

Albert Elbaz
Der Lanvin-Chef Alber Elbaz, der für seine Vorliebe zum schlichten Stil bekannt ist, findet, dass viele Outfits für die Frau des 21. Jahrhunderts zu schwer zu tragen sind, für bedeutet ihn Modernität „schön, emotional und bequem“.
„Jedes Mal, wenn ich an ‚modern’ denke, kommt mir irgendetwas Furchtbares und Hässliches in den Sinn […] Modernität ist nicht schwarzes Leder und Modernität sind nicht 17 Reißverschlüsse und auch nicht Rock'n'Roll oder Heavy Metal“, gibt der israelische Designer im Gespräch mit Women's Wear Daily zu bedenken. „Ich bin mir nicht sicher, ob es modern ist, wenn ich eine Frau in 50 Metern Tüll sitzen sehe.“
So wolle der Modeschöpfer vielmehr Kleidung für vielbeschäftige Frauen schaffen, für die Funktionalität entscheidend sei. „Ich denke, dass ich sehr auf Frauen geachtet habe und ich sehe immer mehr, dass die Frauen sich verändern. Ihre Lebensweise wird täglich komplexer und schwieriger“, so Elbaz. „Also habe ich von je her versucht, ihnen das Leben zu vereinfachen. Bei Kleidern der ersten Kollektion sagten viele Menschen zum Beispiel, dass sie sehr romantisch seien. Ich habe nicht die romantische Seite der Kleider gesehen; ich habe die Leichtigkeit, die Unkompliziertheit gesehen.“


