Zweites Primark-„Hilferuf“-Label aufgetaucht

  /  25.06.2014

Den Anfang macht Rebecca Gallagher, die in einem gekauften Primark-Kleid ein Etikett mit ungewöhnlicher Botschaft entdeckte. Nun wurde ein zweites gefunden…

Erst kürzlich erregte die Britin Rebecca Gallagher Aufsehen, die in einem Kleid von Primark ein eingenähtes Label mit einem scheinbaren Hilferuf einer Näherin aus Bangladesh fand, jetzt will eine zweite Kundin ein ähnliches entdeckt haben. Während auf dem ersten Etikett die Worte „Forced to work exhausting hours“ (frei übersetzt: „Gezwungen, bis zur Erschöpfung zu arbeiten“) gestickt waren, findet sich auf dem 2013 gekauften Top der Wortlaut „Degrading Sweatshop Conditions“ („Entwürdigende Bedingungen eines ausbeuterischen Betriebs“). Primark soll aktuell beide Fälle untersuchen.

Update, 26. Juni 2014: Die Irin Karen Winsinka fand in einer Primark-Hose eine Notiz sowie einen Ausweis, offenbar von einem Häftling aus dem chinesischen Gefängnis Xian Nan. Auf einem handgeschriebenen Zettel berichtet dieser von bis zu 15 Stunden Arbeit pro Tag, um Exportwaren zu produzieren, sowie Essen, dass man nicht einmal Tieren vorsetzen würde. Man rufe die internationale Staatengemeinschaft auf, die chinesische Regierung für ihre Verletzungen von Menschenrechten zu verurteilen.

Update: 27. Juni 2014: Vor dem neuen Primark-Store am Alexanderplatz in Berlin soll am 3. Juli, dem Eröffnungstag, protestiert werden. „Es ist schwer zu sagen, ob die gefundenen Hilferufe echt sind oder nicht. Diese Frage sollte aber nicht von dem ablenken, was wir bereits wissen: Der Trend in der Textilbranche, Kollektionen immer schneller zu wechseln, hat direkte negative Auswirkungen auf die Arbeitsbedingungen in den Textilfabriken“, so Berndt Hinzmann von Inkota. „Massive Überstunden, enormer Leistungsdruck und Arbeitsrechtsverletzungen gehören zum Alltag der Näherinnen und Näher.“ Primark müsse sicherstellen, dass die Arbeitsbedingungen in ihrer gesamten Lieferkette keinen Anlass für derartige Hilferufe böten.

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