Zalando im Kreuzfeuer

  /  27.07.2012

Auf ZDF Zoom wurde ein Beitrag über die Arbeitsbedingungen bei Zalando ausgestrahlt, jetzt ist der Onlineanbieter vor allem bei Facebook in die Kritik geraten. Dort häufen sich Boykott-Kommentare. Laut Zalando handle es sich in dem Bericht aber nicht um Zalando-Mitarbeiter, sondern um die eines Dienstleisters.

In dem Report „Gnadenlos billig“ auf ZDF Zoom wurden jetzt die Arbeitsbedingungen bei Zalando näher beleuchtet. Das Logistikzentrum in Großbeeren ist dabei unter die Lupe genommen worden, in dem man einen Undercover-Arbeiter einschleuste, der mit versteckter Kamera filmte. Das Fazit des Berichts: Den Lagerarbeitern werden nur Stundenlöhne in Höhe von 7,01 Euro gezahlt – der Mindestlohn für Zeitarbeiter im Osten –, in dem rund 100 Kilometer von der Grenze entfernten Lager in Großbeeren seien auffällig viele Polen beschäftigt, stundenlanges Stehen und ein Toilettencontainer mitten in der Halle für mehrere hundert Mitarbeiter stünden an der Tagesordnung.

Die Ausstrahlung des Berichts löste auf der Facebook-Page von Zalando einen Shitstorm aus. User rufen zum Bestell-Boykott auf. Einen Tag später hieß es im Zalando-Unternehmensblog:  „Natürlich haben auch wir den Bericht im ZDF-Magazin Zoom verfolgt. Vielen Dank für Euer kritisches Feedback – das ist uns wichtig und trägt dazu bei, dass wir uns immer wieder hinterfragen und verbessern. Wir freuen uns, dass Ihr Euch mit solchen Themen auseinandersetzt und uns in die Verantwortung nehmt. Die Eindrücke der Dokumentation spiegeln aus unserer Sicht nicht die Arbeitsatmosphäre in den Zalando-Standorten wider. Leider ist uns jedoch bewusst geworden, dass wir auf unsere Dienstleister deutlich mehr Einfluss nehmen müssen. Im Fall von unserem Lager in Großbeeren arbeitet Zalando mit einem Partner zusammen, der größtenteils für das Personal und für die Prozesse im Lager verantwortlich ist. Diesen Partner werden wir stark prüfen und noch regelmäßiger kontrollieren, damit es zu keinen Missständen mehr kommen kann.“

In Bezug auf die sanitären Anlagen wolle man sofort Maßnahmen ergreifen und künftig zudem stärker darauf achten, dass alle Partner die von Zalando gesetzten Sozialstandards einhalten.

Neben Zalando wurden auch andere Versandhändler wie Amazon kritisiert. Generell soll ein Großteil solcher Geschäftsmodelle auf Niedriglöhnen basieren.

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