Zalando erneut in der Kritik

  /  15.04.2014

Schlecht fürs Image – RTL zeigte eine Undercover-Reportage über die Arbeitsverhältnisse im Zalando-Lager in Erfurt. Das Unternehmen bezieht Stellung…

Am 14. April 2014 wurde in der Sendung RTL Extra ein Undercover-Bericht über Zalando ausgestrahlt, für den Journalistin Caro Lobig als Picker drei Monate im Logistikzentrum in Erfurt arbeitete – und die Arbeitsbedingungen scharf kritisiert. Angeprangert werden die Laufwege, die mithilfe eines geschmuggelten Schrittzählers gemessen bis zu 27 km pro Tag betrugen, das nicht gestattete Sitzen, permanenter Leistungsdruck, Durchsuchungen und Bespitzelung. „Kaum ein Tag“ vergehe ohne einen Rettungswagen, heißt es. Zalando hat bereits Stellung bezogen und sich zu den – nicht neuen – Vorwürfen geäußert.

Aus Sicht des Unternehmens entspreche die Darstellung in keiner Weise der Unternehmenskultur und Mitarbeiterstimmung in der Logistik von Zalando. Ziel und Anspruch sei es, ein guter und verantwortungsvoller Arbeitgeber zu sein. Daran arbeite man jeden Tag gemeinsam mit den Mitarbeitern und fördere eine unternehmerische und partizipative Unternehmenskultur.

Seit 2011 baue Zalando eine eigene Logistik auf und es sei dem Onlinehändler von Anfang an bewusst gewesen, dass es nicht leicht sei, in der Logistik als guter Arbeitgeber wahrgenommen zu werden, weshalb man von Beginn an besonderen Wert auf ein tolles Team gelegt habe, das diesen Herausforderungen gewachsen sei. Man erhalte täglich sehr viel Zuspruch aus der Mitarbeiterschaft und der Region, habe aber auch von Anfang an betont, bei weitem nicht perfekt zu sein, sich aber ständig weiterentwickeln zu wollen.

Zalando werde jetzt genau prüfen, in welchen Punkten die Kritik des Berichts zutrifft. Unabhängig von Medienberichten vertraue man bei der Einschätzung der Arbeitsbedingungen voll und ganz auf das Feedback der Mitarbeiter. Im Oktober 2013 habe Zalando beispielsweise eine anonyme Mitarbeiterumfrage durchgeführt, an der am Standort Erfurt mehr als 1.000 Angestellte teilgenommen haben sollen: 88% mache ihre Tätigkeit Spaß, 84% planen, langfristig bei Zalando zu bleiben, 80% seien stolz, bei dem Onlinehändler zu arbeiten. Aber man ruhe sich nicht auf diesem positiven Feedback auf.

Die Prozesse in Erfurt entsprächen allen gängigen Standards in der heutigen Logistik und man achte bei der Gestaltung aller Prozesse und Arbeitsplätze auf gute Ergonomie sowie sinnvolle technische Unterstützung. Das eigens entwickelte Logistik-IT-System helfe dabei, die logistischen Prozesse zu steuern, diene jedoch nicht der Überwachung und Kontrolle einzelner Mitarbeiter.

Die Recherchemethode von Lobig führte zum Rechtsstreit. Zalando soll eine Anzeige eingereicht haben mit dem Vorwurf des Verrats von Geschäfts- und Betriebsgeheimnissen.

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