Wettbewerb mit Billigplattformen: Auswirkungen auf die deutsche Wirtschaft

  /  23.04.2026

Der Wettbewerb mit Temu und Shein kostet die deutsche Wirtschaft 2,4 Mrd. Euro im Jahr. Die Preiserwartung der Konsumentinnen und Konsumenten verändere sich…

Die Onlineplattformen Temu und Shein liefern täglich 460.000 Pakete nach Deutschland, EU-weit sind es zwölf Millionen Pakete pro Tag (2025). Durch den „unfairen Wettbewerb“ gehen laut aktueller IW-Studie im Auftrag des Handelsverbandes Deutschland (HDE) der deutschen Wirtschaft jährlich 2,4 Mrd. Euro Wertschöpfung verloren, davon 1,3 Mrd. Euro im Einzelhandel. 

„[…] Die Politik hat bei dem Thema trotz großer Versprechungen noch immer nicht geliefert. Temu und Shein halten sich oft nicht an die rechtlichen und regulatorischen Vorgaben, liefern unsichere Ware in unseren Markt, die mitunter gesundheitsgefährdend ist, und bringen viele heimische Händler an den Rand des Ruins. Denn anders als Temu und Shein werden die hiesigen Händler streng kontrolliert und halten sich an alle Gesetze und Steuersätze“, so HDE-Präsident Alexander von Preen. Insgesamt entgehen Bund, Ländern und Kommunen durch Temu und Shein laut Studie 429 Mio. Euro Steuereinnahmen pro Jahr. Darüber hinaus fallen über 40.000 Arbeitsplätze in Deutschland weg, davon 28.300 Arbeitsplätze im Einzelhandel. Durch Dauerniedrigpreise verändere sich die Preiserwartung der Konsumentinnen und Konsumenten. 23% verzichten beispielsweise auf den Black Friday, da es „bei Asia-Plattformen das ganze Jahr über günstige Preise“ gebe.

„Die aktuellen Daten machen die Dramatik der Lage deutlich: Die massenhaften Regelverstöße von Temu und Shein schädigen den Einzelhandel und die gesamte deutsche Wirtschaft in großem Umfang. Wenn die Politik nach Jahren des Zuschauens hier nicht endlich massiv und spürbar tätig wird, dann sehe ich schwarz für den Standort Deutschland. Wenn sonst nichts hilft, muss bei solch massiven Regelverstößen der Stecker gezogen werden. Wettbewerb ist gut, aber er muss fair sein“, so von Preen weiter. 

Zudem fordert der HDE den Zoll auf, ähnlich wie in Frankreich bei der Einfuhr der Pakete mit Schwerpunktkontrollen Signale zu setzen und den Kontrolldruck zu erhöhen. Darüber hinaus erneuert der Verband seine Forderung, dass jeder Händler und jede Plattform aus Drittstaaten einen solventen und in der Praxis erreichbaren Repräsentanten innerhalb der EU haben muss, damit bei Verstößen Sanktionen durchgesetzt und rechtskonformes Verhalten sichergestellt werden kann.

Die IW-Studie (Institut der deutschen Wirtschaft) im Auftrag des HDE wurde im Februar 2026 unter 4.000 Befragten im Alter von 16 bis 69 Jahren durchgeführt. 

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