Weniger Unternehmensgründungen in Deutschland

  /  04.09.2025

Rezession und Bürokratie schrecken immer mehr Menschen davon ab, ein eigenes Unternehmen zu gründen. Die Zahlen und die Details...

Die Zahl der Unternehmensgründungen in Deutschland sinkt laut ZEW (Leibniz-Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung) in Mannheim und der Creditreform Wirtschaftsforschung „dramatisch“. 2024 wurden nur noch rund 161.000 neue Firmen gegründet, zwischen 2015 und 2021 lag der Durchschnitt noch bei rund 168.000 Gründungen jährlich, in den ersten 2000er-Jahren bei über 200.000. „Wirtschaftskrise und Bürokratie bremsen das Gründungsgeschehen massiv“, sagt Patrik-Ludwig Hantzsch, Sprecher des Verbandes der Vereine Creditreform. Die Rahmenbedingungen hätten sich seit Jahren verschlechtert: Hohe Energiekosten, Fachkräftemangel und wachsende Bürokratie hinderten neue Unternehmen am Start sowie beim Wachsen und blockierten Innovationen. Auch geopolitische Unsicherheiten dämpften die Gründungsbereitschaft.

Besonders betroffen sei das Verarbeitende Gewerbe. 2024 wurden dort nur noch rund 5.000 Unternehmen gegründet – 38% weniger als 2016. „Die Industrie und ihr Innovationspotential sind die großen Verlierer des Reformstaus in Deutschland“, so Hantzsch. „Der Unternehmensbestand schrumpft, Arbeitsplätze gehen verloren, Investitionen in die Zukunft bleiben aus.“ In den Bereichen technische Dienstleistungen und Informations-, Kommunikations- und Netzwerktechnologien gab es zwischen 2016 und 2021 neue Impulse durch einen Anstieg der Gründungszahlen – etwa durch Künstliche Intelligenz. Doch auch hier hinterlasse die Rezession Spuren: Die Zahl der Start-ups geht wieder zurück, nachdem sie in den Jahren zuvor stark gewachsen war.

Um die Gründungstätigkeit wiederzubeleben, fordern ZEW und Creditreform eine gezielte Förderung innovativer Unternehmen.

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