Weitere Streiks bei Karstadt

  /  03.06.2013

Die Streiks bei Karstadt gehen in die nächste Runde – mit einem ganz bestimmten Ziel. Und das sei erst der Anfang, man habe einen langen Atem, heißt es seitens Ver.di…

Am 21. Mai 2013 fand der erste Warnstreik bei Karstadt statt, nachdem das Unternehmen den bundesweiten Austritt aus der Tarifbindung bekannt gegeben hatte; jetzt folgen weitere Streiks. Die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (Ver.di) hat am 3. Juni alle Beschäftigten vom Alsterhaus, von Karstadt Bergedorf, Karstadt Billstedt, Karstadt Eimsbüttel, Karstadt Harburg, Karstadt Mönckebergstraße, Karstadt Wandsbek, Karstadt Sport Mönckebergstraße und Karstadt Sport Wandsbek, alle Karstadt Feinkost Betriebe im Hamburger Stadtgebiet und von Karstadt Facility Management Hamburg zum Streik aufgerufen.

Der zuständige Hamburger Fachbereichsleiter Arno Peukes erklärt: „Der Tarifausstieg ist ein Affront gegen alle Karstadt-Beschäftigten. Sie sind es, die in den vergangenen Jahren rund 650 Mio. Euro in das Unternehmen investiert haben. Und nun sind es wieder die Beschäftigten, die nach Jahren des Verzichts jetzt nach dem Ende des Sanierungstarifvertrages wieder mit Einkommensverzicht gestraft werden sollen.“

Karstadt-Eigner Nicolas Berggruen habe sich nicht an seine Versprechen aus dem Übernahmejahr 2010 gehalten. Dazu Peukes: „Damals hat er erklärt, nach Auslaufen des alten Sanierungstarifvertrages wieder den üblichen Tariflohn zu zahlen. Daran hat er sich nicht gehalten. Übrigens: Genau wie die Beschäftigten hat auch er investiert – für ihn war es ein Euro.“

Heute Abend wollten die Streikenden mit Berggruen ins Gespräch kommen, die Veranstaltung sei nun allerdings abgesagt worden. Peukes dazu: „Auch wenn bislang keine Gründe für die Absage publik geworden sind, liegt für uns der Verdacht nahe, dass Herr Berggruen die Konfrontation mit den Beschäftigten scheut. Es gibt von Seiten der Beschäftigten viele Fragen, auf die es endlich klare Antworten geben müsste.“ Peukes weiter: „Mit unserem Streik wollen wir Karstadt zurück in die Tarifbindung bringen. Heute ist der Anfang – und wir haben einen langen Atem.“ Die Streikenden versammeln sich heute ab 12.30 Uhr, ab 14 Uhr soll sich die Demonstration durch die Hamburger Innenstadt zum Gewerkschaftshaus bewegen.

Weil manche Errungenschaften wie der Urlaubsanspruch vielen inzwischen selbstverständlich erschienen, wolle Ver.di zudem im Rahmen einer Aktionswoche Beschäftigte und die Öffentlichkeit über die gewerkschaftlichen Erfolge beim Tarifurlaub informieren.

Morgen, am 4. Juni 2013, soll sich Karstadt-Eigentümer Nicolas Berggruen mit der Geschäftsführung des Warenhauskonzerns treffen, um über dessen Entwicklung zu beraten.

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