Weihnachtsbudget der Deutschen sinkt

  /  06.11.2014

Es weihnachtet sehr? In diesem Jahr nicht in selbem Ausmaß wie noch zur vergangenen Saison – die Verbraucher hierzulande wollen das Budget kürzen…

219 Euro plant der deutsche Verbraucher im Durchschnitt für die Weihnachtsgeschenke ein, im Jahr 2013 lag die Summe noch bei 273 Euro, was folglich einen Rückgang von 20% bedeutet. Zu diesem Ergebnis kam eine aktuelle Hochrechnung der Prüfungs- und Beratungsgesellschaft Ernst & Young (EY), laut welcher jeder dritte Bundesbürger für den Kauf von Weihnachtsgeschenken sogar unter 100 Euro bleiben will. Dabei ist die „neue Sparsamkeit“ bei Männern und Frauen jeder Altersklasse, in Ost- und Westdeutschland sowie bei Konsumenten aller Einkommensstufen zu beobachten. Die weiblichen Verbraucher kürzen das Budget im Durchschnitt um 16%, Männer um 23%. Darüber hinaus wollen die Gutverdiener sogar ein Drittel weniger (statt 467 noch 310 Euro) für Präsente ausgeben. Vor allem jedoch macht sich der Rückgang bei Verbrauchern unter 35 Jahre bemerkbar: Diese wollen rund 38% einsparen.

Während die höchste Summe voraussichtlich in Geldgeschenke oder Gutscheine fließt (35 Euro), bleiben die Ausgaben für Kleidung mit 24 Euro relativ stabil. Das Budget für Bücher und E-Books bricht allerdings regelrecht ein und sinkt von 33 auf 21 Euro. Stark rückläufig zeigen sich zudem die geplanten Ausgaben für Unterhaltungselektronik (2014: 17 Euro; 2013: 29 Euro). „Quer durch alle Bevölkerungsgruppen schrauben die Bundesbürger in diesem Jahr ihre Weihnachtsausgaben zurück“, so Thomas Harms, Leiter des Bereichs Retail & Consumer Products bei EY. „Grund dürfte die regelrechte Flut schlechter Nachrichten in den vergangenen Wochen sein: von den Kriegen im Irak und in Syrien über die Ukrainekrise bis hin zum Ebola-Ausbruch in Afrika.“ Zudem fehle den Menschen hierzulande offensichtlich das Vertrauen in eine weiterhin positive Wirtschaftsentwicklung. „Der private Konsum war zuletzt die wichtigste Stütze der Wirtschaftsentwicklung in Deutschland. Sollte diese wegbrechen, wäre das ein weiterer herber Rückschlag.“

Die Konsumflaute im Weihnachtsgeschäft könnte insbesondere die Onlinehändler treffen. In E-Shops wollen die Verbraucher in diesem Jahr etwa 40 Euro ausgeben, 2013 waren es noch 64 Euro. Der Marktanteil der virtuellen Händler sinkt damit von 23% im Vorjahr auf aktuell 18%. Geschuldet sei dies insbesondere dem Kaufverhalten von Kunden im Alter von bis zu 35 Jahren. Diese dem WWW-Shopping üblicherweise aufgeschlossene Gruppe plant eine Budgetkürzung von circa 38%, was dem Onlinevertriebsformat erheblichen Schaden zufügen könnte. Besser ergeht es dem Fachhandel: Mit durchschnittlich 86 Euro wollen drei Viertel der Verbraucher in Fachgeschäften ebenso viel Geld in Präsente investieren wie zur Vorjahressaison.

Besonderes Augenmerk legt der Kunde dabei auf Qualität: Für 81% ist diese das mit Abstand wichtigste Kriterium, doch auch Funktionalität spielt für mehr als zwei Drittel der Befragten (68%) eine entscheidende Rolle. Nachhaltigkeitskriterien, darunter die Herkunft der Produkte sowie der Faktor Umweltschutz, fließen für 37 respektive 36% der Verbraucher in die Entscheidung des Warenkaufs mit ein.

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