Verdi: Zara will Betriebsräte loswerden

  /  01.04.2016

Unbequeme Betriebsräte und Beschäftigte unerwünscht? Verdi kritisiert die Modekette Zara für die Kündigung von zwei Angestellten…

Zara will laut Verdi „offensichtlich unbequeme Betriebsräte und Beschäftigte loswerden“. Das Unternehmen versucht derzeit erneut, dem Vorsitzenden des Gesamtbetriebsrats, Festim Lezi, sowie dem Sprecher des Wirtschaftsausschusses, Marco Grüneschild, zu kündigen, aufgrund einer – bislang nicht ausgeübten – Referententätigkeit der beiden ehrenamtlichen Gewerkschafter für ein Seminar zur Weiterbildung von Betriebsräten. Bereits in der Vergangenheit sollte den beiden gekündigt werden, Zara scheiterte aber vor Gericht. „Das Vorgehen von Zara ist ein Angriff auf demokratisch gewählte Betriebsräte. Offensichtlich versucht Zara, Betriebsräte loszuwerden, die sich immer wieder mit Nachdruck für die Rechte der Beschäftigten einsetzen. Zara will sich scheinbar freie Bahn verschaffen, um möglichst ungestört und zulasten der Beschäftigten bei Umstrukturierungen und Stellenabbau Fakten zu schaffen. Wir fordern Zara auf, das Kündigungsbegehren zurückzuziehen“, sagt Verdi-Bundesvorstandsmitglied Stefanie Nutzenberger.

Verdi wertet das Vorgehen unter anderem als Reaktion auf die Auseinandersetzungen um Filialschließungen. Die Gewerkschaft und die Betriebsräte kritisieren, dass Zara den Beschäftigten keine adäquaten Ersatzarbeitsplätze anbietet. In der Hamburger Filiale, die Ende Juni 2016 geschlossen wird, erhielt ein Großteil der Beschäftigten eine betriebsbedingte Kündigung. In der Kölner Filiale bekommen die rund 55 Beschäftigten ein Arbeitsplatzangebot für den neuen Store auf der Schildergasse, der im Mai eröffnen soll. „Aber Zara hat sich geweigert, die bisher existierenden Ansprüche der Beschäftigten mit kleinen Kindern auf familienfreundliche Arbeitszeiten weiterhin zu garantieren. Für 18 Frauen bietet das Arbeitsplatzangebot deswegen keine sichere Perspektive, Zara nimmt auf die Vereinbarkeit von Beruf und Familie keine Rücksicht. Das Unternehmen versucht stattdessen nach wie vor, langjährige Beschäftigte mit guten Arbeitsbedingungen direkt oder durch die Hintertür loszuwerden“, so Nutzenberger.

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