Die Kampagne für Saubere Kleidung und Inkota kritisieren die vergangene Woche lancierte H&M-Werbekampagne zur „Conscious Collection“ mit einer Adbusting-Aktion – einer Maßnahme, in deren Zuge Werbung verfremdet wird, um deren Sinn lächerlich zu machen. Die Aktion startet am 25. März 2013 unter dem Titel „Unconscious Collapses“ mit dem Ziel, „auf die miserablen Arbeitsbedingungen und die viel zu geringe Entlohnung der Arbeiter in asiatischen Textilfabriken hinzuweisen, in denen H&M Kleidung produzieren lässt“.
Allein in Kambodscha seien seit 2010 aufgrund von Mangelernährung infolge zu niedriger Löhne mehr als 2.400 Näherinnen am Arbeitsplatz kollabiert – mehrere Hundert von ihnen in H&M-Zulieferbetrieben. Die Kampagne für Saubere Kleidung und Inkota fordern deshalb H&M auf, endlich existenzsichernde Löhne zu zahlen. „Aus unserer Sicht grenzt es an Zynismus, von einer bewussten Modekollektion zu sprechen, während diejenigen, die die Kleidung nähen, reihenweise in Ohnmacht fallen“, sagt Inkota-Vorstandsmitglied Axel Schröder.
Laut H&M-Chef Karl-Johann Persson trage die neue Kollektion dem gesteigerten Interesse an Nachhaltigkeit Rechnung. Kunden können „darauf vertrauen können, dass alles, was sie von uns kaufen, mit Rücksicht auf Mensch und Umwelt hergestellt wird“. Die Arbeitsbedingungen in den asiatischen Zulieferbetrieben blende Persson laut Schröder dabei offensichtlich komplett aus.
„Eine Verpflichtung des Branchenprimus zu Existenzlöhnen hätte Signalwirkung für die gesamte Industrie“, so Schröder. In Kambodscha wurde der neue staatliche Mindestlohn am 21. März dieses Jahres auf 75 Dollar erhöht. Laut Schätzung der Asia Floor Wage Alliance bräuchten eine kambodschanische Näherin und ihre Familie zur Existenzsicherung jedoch 274 Dollar.
„Unconscious Collapses“: Kritik an H&M
/ 25.03.2013H&M steht aufgrund der Arbeitsbedingungen in asiatischen Textilfabriken im Kreuzfeuer der Kampagne für Saubere Kleidung und Inkota. Mit einer Adbusting-Aktion soll auf die Problematik aufmerksam gemacht werden.

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