Die Umsätze des Schuhhandels in 2012 stagnierten, so konnte trotz erhofft besserer Umsatzverläufe den Berechnungen des Bundesverbands des Deutschen Schuheinzelhandels e.V. (BDSE) lediglich ein Pari erzielt werden. Kleine Fachgeschäfte konnten den Vorjahresumsatz nicht erreichen, mittelgroße Fachgeschäfte erwirtschafteten nur ein kleines Umsatzplus, das durchschnittlich bei 0,5% lag. Etliche nicht kostendeckend arbeitende Standorte mussten geschlossen werden, was mit rückläufigen Umsätzen einherging. 2012 wurde ein Umsatzvolumen im reinen Schuhfachhandel von 8 Mrd. Euro erreicht, der BDSE geht von einem Marktvolumen im Bereich Schuhe im gesamten deutschen Einzelhandel in Höhe von 11,5 Mrd. Euro aus, darin inbegriffen sind neben Fachhandelsumsätzen auch die Schuhverkäufe des Versandhandels, der Waren- und Kaufhäuser, des Modehandels und der übrigen Betriebsformen des Einzelhandels.
41% der befragten Unternehmen meldeten für das vergangene Jahr Umsatzrückgänge, immerhin 36% konnten die Umsätze steigern, was einerseits der rückläufigen Kundenfrequenz zugeschrieben wird, die nur durch höhere Kaufbeträge pro Kunde kompensiert werden konnte. Zur Ankurbelung des Geschäfts wurde in 2012 relativ früh reduziert, sodass Umsätze zum Teil nur über Preisreduzierungen „erkauft“ werden konnten. Fast 44% der Unternehmen mussten höhere Preisabschriften verbuchen, was zu Lasten der erzielten Marge ging. Insgesamt zeigte sich die Tendenz, dass Kunden im Schuhhandel immer näher am Bedarf und vor allem nach aktueller Witterungslage kaufen, was auch den Umsatzanstieg im Januar des laufenden Jahres erklären würde.
Ein wachsender Teil der Kundennachfrage wurde auch wieder im vergangenen Jahr im Internet bedient. So schnitt der Online-Handel bei der Umsatzentwicklung besser ab als der stationäre Einzelhandel, das Wachstum dürfte laut BDSE im niedrigen zweistelligen Bereich gelegen haben. Das Forschungsinstitut TNS Infratest ermittelte für Schuhe kürzlich einen Online-Umsatz von 1,3 Mrd. Euro, was auf Basis des gesamten Einzelhandels-Marktvolumens von Schuhen (11,5 Mrd. Euro) einen Marktanteil von etwa 11% ausmacht. Anzumerken ist hier, dass nicht nur Versandhändler wie Zalando, sondern auch zahlreiche stationäre Schuhunternehmen einen Webshop unterhalten. Nach der jüngsten BDSE-Befragung haben fast 18% der stationären Schuhfachhändler eine eigene Internetpräsenz mit Verkaufsaktivität.
Auf das laufende Jahr 2013 blickt der Schuhhandel mit gedämpftem Optimismus. Jeweils ein Fünftel der Unternehmen geht entweder von steigenden oder sinkenden Umsätzen aus, knapp 60% erwarten stagnierende Geschäfte. Rund 76% der Befragten wollen dies nicht auf die Anzahl der Beschäftigten auswirken lassen. Der BDSE geht davon aus, dass ein nominales Umsatzwachstum von 2% eine realistische Prognose ist.
