Titus meldet Insolvenz an

  /  11.02.2025

Die Titus GmbH hat Insolvenz angemeldet und will sich nun über eine Eigenverwaltung restrukturieren. Der Geschäftsbetrieb an den 16 Standorten wird fortgeführt…

Die Titus GmbH mit Fokus auf die Bereiche Streetwear und Skateboarding hat Insolvenz in Eigenverwaltung angemeldet. Das zuständige Amtsgericht in Münster hat den entsprechenden Antrag bereits genehmigt. „Wir restrukturieren uns über diesen Weg und nutzen die Chancen zur Marktanpassung“, sagt Geschäftsführer Julius Dittmann. Für die Eigenverwaltung wurde Nils Averbeck, Managing Partner bei der Michels Restrukturierung GmbH aus Münster, zum Generalbevollmächtigten berufen. „Die Geschäftsführung von Titus holte uns rechtzeitig an Bord. Das verschafft uns Handlungsspielraum bei den möglichen Sanierungsoptionen“, sagt er. Er sei zuversichtlich, dass mit dem Werkzeug Eigenverwaltung eine gute Lösung umgesetzt werde.

Die Geschäftsführung und Restrukturierer erarbeiten jetzt gemeinsam einen Sanierungsplan, der dann dem Gericht und den Gläubigern vorgelegt wird. Nehmen diese den Plan an, hebt das Gericht das Verfahren auf – nach jetzigem Stand könnte das laut Unternehmen im Frühherbst 2025 soweit sein.

Der Geschäftsbetrieb soll an allen 16 Standorten, darunter auch im Outlet-Store in Münster, fortgeführt werden. Titus beschäftigt 160 Mitarbeitende, davon 98 in Vollzeit. Nicht von dem Restrukturierungsverfahren betroffen sind die sieben Shops, die im Partner-System (ähnlich Franchise) von unterschiedlichen Eigentümern in eigenständigen GmbHs betrieben werden. Diese bleiben ebenfalls ohne Einschränkungen geöffnet. Auch die weiteren verwandten Gesellschaften von Titus seien nicht Teil des eingeleiteten Sanierungsverfahrens. 

Als wesentliche Gründe für die Sanierung nennt das Unternehmen zum einen eine Kaufzurückhaltung der Kundinnen und Kunden, nicht zuletzt aufgrund der allgemeinen Wirtschaftssituation. Zum anderen habe die Implementierung eines neuen Warenwirtschaftssystems 2024 zeitweise zu erheblichen Umsatzeinbrüchen und einem Mehraufwand mit entsprechenden Kosten geführt. 

Das Gericht bestellte Rechtsanwalt Dr. Christoph Morgen zum vorläufigen Sachwalter. Die Beschäftigten sind über den aktuellen Stand informiert; die Löhne und Gehälter seien gesichert. Titus, 1978 gegründet, erwirtschaftete laut eigenen Angaben zuletzt einen Jahresumsatz von 25 Mio. Euro.

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