Textil+Mode kritisiert EU-Verbot

  /  16.07.2026

Textil+Mode kritisiert das ab 19. Juli geltende EU-Vernichtungsverbot für unverkaufte Textilien und Schuhe. Der Verband sieht neue Bürokratie…

Der Gesamtverband Textil+Mode kritisiert das EU-Vernichtungsverbot für unverkaufte Textilien und Schuhe. Die Regelung gilt ab 19. Juli 2026 zunächst für große Unternehmen. Aus Sicht des Verbands geht sie an der Praxis vorbei, schafft zusätzlichen Dokumentationsaufwand und belastet damit auch die heimische Textil- und Modeindustrie. Textil+Mode vertritt rund 1.300 Unternehmen mit mehr als 100.000 Beschäftigten in Deutschland.

Textil+Mode sieht vor allem das Ultra-Fast-Fashion-Problem nicht gelöst. Der Verband argumentiert, dass billige Importware die Altkleidercontainer fülle, während deutsche Hersteller zusätzliche Pflichten erfüllen müssten. Jonas Stracke, Kreislaufexperte beim Gesamtverband textil+mode, sagt: „Kein deutscher oder europäischer Hersteller vernichtet einwandfreie Neuware.“ Der Name des Gesetzes erwecke dennoch den Eindruck, Hersteller würden massenhaft Neuware vernichten. Das entspreche „absolut nicht der Realität“.

Für funktionierende Kreislaufwirtschaft brauche es aus Verbandssicht vor allem Sammel-, Sortier- und Recyclingstrukturen sowie einen Markt für recycelte Textilfasern. Regulatorischer Hintergrund ist die EU-Ökodesign-Verordnung für nachhaltige Produkte. Sie untersagt großen Unternehmen die Vernichtung bestimmter unverkaufter Bekleidung, Bekleidungsaccessoires und Schuhe. Mittlere Unternehmen sollen ab 2030 folgen, kleine und Kleinstunternehmen sind derzeit ausgenommen.

Key Facts
Verband: Gesamtverband textil+mode
Thema: EU-Vernichtungsverbot für unverkaufte Textilien und Schuhe
Start: 19. Juli 2026
Betroffen: zunächst große Unternehmen
Produktgruppen: Bekleidung, Bekleidungsaccessoires und Schuhe
Kritik: zusätzlicher Dokumentationsaufwand und aus Verbandssicht praxisferner Ansatz
Einordnung Textil+Mode: Ultra-Fast-Fashion-Problem werde nicht im Kern gelöst
Zitatgeber: Jonas Stracke, Kreislaufexperte beim Gesamtverband textil+mode
EU-Grundlage: Ecodesign for Sustainable Products Regulation, ESPR
Nächste Stufe: mittlere Unternehmen ab 2030
Ausnahmen: kleine und Kleinstunternehmen derzeit ausgenommen

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