Temu, Shein und AliExpress haben ihren Anteil am deutschen Onlinehandel im zweiten Quartal 2026 weiter ausgebaut. Nach Angaben des Bundesverbands E-Commerce und Versandhandel Deutschland entfielen 5,3% der Onlinehandelsumsätze auf die drei asiatischen Shoppingplattformen. Das ist ein neuer Höchstwert.
Zwischen April und Juni steigerten die Plattformen ihre Umsätze gegenüber dem Vorjahreszeitraum um mehr als 20% auf gut 1,1 Mrd. Euro. Der deutsche Onlinehandel insgesamt wuchs im zweiten Quartal um 5,1%. Für das erste Halbjahr meldet der bevh ein Plus von 4,3%.
Besonders stark ist die Entwicklung im Online-Modehandel. Dort entfielen laut bevh mehr als 16% aller Bestellungen auf Temu, Shein und AliExpress. Die Plattformen gewinnen damit in einem Segment an Bedeutung, das für den stationären Handel, Multilabel-Shops und etablierte Mode-Onlineshops ohnehin unter Druck steht.
Als Treiber nennt der bevh vor allem niedrige Preise und positive Einkaufserfahrungen. Die seit 1. Juli 2026 geltende EU-Zollabgabe auf niedrigpreisige E-Commerce-Importe dürfte den Trend nach Einschätzung des Verbands nur begrenzt bremsen, da die Plattformen bereits eigene Logistikstrukturen in Europa aufbauen.
Key Facts
Marktsegment: Deutscher Onlinehandel
Plattformen: Temu, Shein und AliExpress
Umsatzanteil: 5,3% der Onlinehandelsumsätze im zweiten Quartal 2026
Umsatzentwicklung: Mehr als 20% Wachstum gegenüber Vorjahr
Umsatzvolumen: Gut 1,1 Mrd. Euro zwischen April und Juni 2026
Gesamtmarkt: Onlinehandel plus 5,1% im zweiten Quartal
Modeanteil: Mehr als 16% der Online-Modebestellungen
Relevanz: Wachsender Druck auf Modehandel, Marktplätze und Preissegmente
