Der im Oktober 2011 der Fair Wear Foundation beigetretene Textildiscounter Takko hat laut eines internen E-Mail-Verkehrs, welcher dem Spiegel vorliegt, mehr als 50.000 Jacken und Tops in chinesischen Gefängnissen herstellen lassen. Damit verstößt das Unternehmen gegen die Statuten der gemeinnützigen Organisation, die die Arbeitsbedingungen in textilproduzierenden Ländern überwacht.
Takko hatte einen Vertrag mit der Global Fashion Support GmbH (GFS), die deutschen Textil- und Bekleidungsherstellern Produktionsmöglichkeiten in Asien vermittelt. Das Unternehmen bestätigt zwar die Aufträge, erklärt jedoch gegenüber dem Spiegel, man habe bisher nur eine postalische Adresse der beiden Produktionsorte gekannt, war sich aber der Tatsache nicht bewusst, dass es sich dabei um Gefängnisse handle. Nach eigenen Angaben des Unternehmens habe man bereits im Sommer 2012 die Zusammenarbeit mit der GFS gekündigt, da man mit der Leistung nicht mehr zufrieden gewesen sei.
Die Fair Wear Foundation war schon wegen der Aufnahme des Textildiscounters in die Kritik geraten und reagiert deshalb alarmiert auf die Vorwürfe gegen Takko.
Takko selbst zeigt sich „zutiefst davon betroffen, dass einer unserer Lieferanten unter inakzeptablen Verhältnissen produzieren ließ.“ Der dargelegte Fall widerspreche in jeder Facette den Standards und Werten des Unternehmens. Der Lieferant sei Takko gegenüber vertragsbrüchig geworden und man sei bereits dabei, rechtliche Schritte gegenüber dem Lieferanten zu prüfen.
Derzeit sind Takko etwa 75 bis 80% der Produktionsstätten bekannt. Ziel für das Kalenderjahr 2013 sei es, eine weitestgehend komplette Transparenz über alle Produktionsorte zu erhalten.
