„Sweatshop“ mahnt in Amsterdam

  /  19.05.2016

Mit einem Pop-up-Shop der anderen Art haben zwei Organisationen jetzt in Amsterdam die Aufmerksamkeit auf die Schattenseiten der Modeindustrie gelenkt, mit Erfolg?

In Amsterdam auf der Einkaufsstraße Kalverstraat öffnete vom 11. bis zum 15. Mai 2016 ein Pop-up-Store der ungewöhnlichen Art die Türen. Im Shop The Mad Rush, initiiert von der Schone Kleren Campaign Foundation (Clean Clothes Campaign) und dem internationalen Fonds für Frauen, Mama Cash, erwartete Kunden nach dem Gang durch die vermeintliche Tür zur Umkleidekabine keine solche, sondern ein Sweatshop, der den unter anderem in Bangladesch verbreiteten so genannten Sweatshops, also Ausbeutungsbetrieben, nachempfunden war. So fanden sich Kunden in einem engen, lauten, stickigen Raum ohne Fenster wieder, in dem zahlreiche Frauen dicht gedrängt an Nähmaschinen saßen. Im Anschluss folgte in einem weiteren Raum der Austausch unter anderem mit den Initiatoren, die auf die Situation von Bekleidungsarbeiterinnen aufmerksam machen und darüber aufklären wollen, was Konsumenten selbst bewirken können.

Seitens der Schone Kleren Campaign heißt es auf Nachfrage, dass die Reaktionen auf die Aktion größtenteils sehr positiv und unterstützend gewesen seien. Unter anderem sei beispielsweise eine Mitarbeiterin eines Stores in der Nähe nach dem Aufpoppen des „Sweatshops“ immer wieder von Kunden gefragt worden, wo und wie denn die dort verkaufte Kleidung hergestellt worden sei, das verbuche man als Erfolg.

Im The Mad Rush wurden von den freiwilligen Helfern Jutebeutel gefertigt, die von den Kunden gekauft werden konnten; zu einem selbst bestimmten Preis, mit dem Hinweis, dass die Produktionskosten bei 2,50 Euro liegen, der durchschnittliche Lohn eines Arbeiters in Asien bei 20 Cent pro Bag. Im Schnitt zahlten die Besucher des Shops rund 5 Euro, heißt es gegenüber 1st-blue. Die Einnahmen fließen direkt in die „Women Power Fashion”-Kampagne, mit der die Organisationen weiterhin Aufmerksamkeit generieren wollen.

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