Streik bei Karstadt

  /  22.05.2013

Karstadts „Tarifflucht ist eine Frechheit“, heißt es in einem Flugblatt von Verdi. Ein erster Streik hat deshalb bereits stattgefunden…

Rund 40 Beschäftigte der Karstadt-Filiale im Main-Taunus-Zentrum im hessischen Sulzbach sind am Dienstag, den 21. Mai 2013, in einen befristeten Warnstreik getreten. Die Geschäftsführung der Warenhauskette hatte vor etwa einer Woche mitgeteilt, dass sie bundesweit für die kommenden zwei Jahre aus der Tarifbindung für den Einzelhandel aussteigt. Damit würden bis 2015 alle Gehaltserhöhungen, die durch Tarifverträge mit Verdi vereinbart wurden, für die Mitarbeiter entfallen. Karstadt spare nach Spekulationen durch den Ausstieg rund 36 Mio. Euro.

Verdi kritisierte, die Geschäftsleitung von Karstadt habe noch Anfang April 2013 geäußert, für die Arbeitnehmer würde sich nichts ändern; sie seien die „Lebensversicherung für Karstadt“, habe CEO Andrew Jennings verlauten lassen. Eine derartige „Tarifflucht ist eine Frechheit“, heißt es seitens der Gewerkschaft, die dem Unternehmen vorwarf, durch den Ausstieg aus der Tarifbindung den bestehenden Tarifkonflikt im Einzelhandel „unnötig“ verschärft zu haben. Weitere Streiks seien daher nicht ausgeschlossen.

Karstadt muss auch im laufenden Geschäftsjahr 2012/13 nach Informationen des Handelsblatts weiter mit Umsatzrückgängen kämpfen, bis Ende April habe der Konzern ein Minus von 10% im Vergleich zum Vorjahreszeitraum hinnehmen müssen.

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