SinnLeffers-Insolvenzverfahren aufgehoben

  /  04.08.2017

Das Amtsgericht Hagen hat das SinnLeffers-Insolvenzverfahren aufgehoben. Künftig will man unter anderem die Filialen „deutlich aufwerten“…

Das zuständige Amtsgericht in Hagen hat rund zehn Monate nach Antragstellung das Insolvenzverfahren über das Vermögen der SinnLeffers GmbH aufgehoben. „Dies ist der Start in eine stabilere Zukunft der SinnLeffers“, schreibt Geschäftsführer Friedrich Wilhelm Göbel in einer Mitteilung an die rund 1.300 Mitarbeiter. Die Sortimente sollen künftig noch stärker lokalisiert werden, um der lokalen Nachfrage angemessen entgegen zu kommen. Eine Digitalisierungsoffensive habe zum Ziel, Kunden verstärkt auch online zu erreichen. Darüber hinaus würden sich die Stores, die in den kommenden drei Jahren „deutlich aufgewertet“ würden, in Zukunft multimedial deutlich emotionaler präsentieren. Ebenso solle das Gastronomieangebot erweitert werden.

„Trotz der überraschenden Entscheidung des Bundesfinanzhofes zum Sanierungserlass zum Jahreswechsel 2016/17 haben wir konsequent den Kurs in Richtung Eigensanierung des Traditionsunternehmens im Blick behalten“ erläutert Sanierungsgeschäftsführer Dr. Thomas Kluth von Kluth Rechtsanwälte. Die eigenverwaltende Geschäftsführung habe konstruktiv mit dem Sachwalter zusammengearbeitet. „So haben wir im Saldo während des Insolvenzverfahrens die Anzahl der Beschäftigten sogar noch erhöht“, so Dr. Kluth.

Rechtsanwalt Rolf Weidmann, Sachwalter bei SinnLeffers und in den Jahren 2009 und 2010 Sanierungsbeauftragter bei Karstadt: „Die Möglichkeiten der Insolvenzordnung – insbesondere die Gestaltung eines Insolvenzplans – sind gut geeignet, Handelsunternehmen mit deren komplexen Vertragsbeziehungen zu sanieren.“ Gemeinsam mit der eigenverwaltenden Geschäftsführung sei es in einem angemessenen Zeitrahmen gelungen, einen Insolvenzplan zu entwickeln und abzustimmen, der „die Interessen der Gesamtgläubigerschaft und die Perspektive des Unternehmens fair ausgleicht“. 

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