Shein hat im zweiten Quartal 2026 in Europa 3,77 Mrd. US-Dollar, umgerechnet rund 3,33 Mrd. Euro, umgesetzt. Das waren 13,9 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum. Der Rückgang betrifft einen Markt, der rund ein Drittel des Konzernumsatzes ausmacht.
Nach Angaben des Unternehmens erhöhte Shein im Quartal die Preise und fuhr die Online-Werbung zurück. Damit bereitete sich die Plattform auf die seit 1. Juli geltenden neuen EU-Zölle für niedrigwertige E-Commerce-Einfuhren vor.
Die EU erhebt vorläufig 3 Euro Zoll je Warenkategorie bei Fernverkäufen aus Nicht-EU-Staaten bis zu einem Warenwert von 150 Euro. Die bisherige Zollbefreiung für solche Sendungen ist entfallen. Außerdem sieht die EU-Zollreform eine Bearbeitungsgebühr für kleine Pakete vor, deren Höhe die EU-Kommission gesondert festlegt.
Der Konzernumsatz stieg im zweiten Quartal lediglich um 0,9 Prozent auf 11,08 Mrd. US-Dollar, umgerechnet rund 9,78 Mrd. Euro. Der bereinigte Nettogewinn sank zugleich um 67 Prozent auf 228 Mio. US-Dollar, rund 201 Mio. Euro. Die Nettomarge verringerte sich von 6,2 auf 2,1 Prozent. Höhere Treibstoff- und Frachtkosten ließen die Kosten der Auftragsabwicklung um 18,1 Prozent steigen.
Shein will als Reaktion mehr Ware innerhalb Europas bevorraten. In Polen betreibt das Unternehmen bereits einen Logistikstandort in Wroclaw mit 740.000 qm Lagerfläche. Laut Reuters kamen 2026 weitere 66.000 qm hinzu. Konzernchef Yangtian Xu kündigte zudem an, das Angebot mit einem höherpreisigen Sortiment weiterzuentwickeln und das Markenportfolio auszubauen.
Die Zahlen zeigen, dass steigende Import- und Logistikkosten das auf Direktversand ausgerichtete Geschäftsmodell von Shein in Europa belasten. Mit regionalen Lagerbeständen und einem breiteren Preisgefüge will das Unternehmen seine europäische Position absichern.
Key Facts
Berichtszeitraum: zweites Quartal 2026, bis Ende Juni
Europaumsatz: 3,77 Mrd. US-Dollar, rund 3,33 Mrd. Euro
Veränderung Europaumsatz: minus 13,9 Prozent zum Vorjahr
Konzernumsatz: 11,08 Mrd. US-Dollar, rund 9,78 Mrd. Euro
Veränderung Konzernumsatz: plus 0,9 Prozent zum Vorjahr
Bereinigter Nettogewinn: 228 Mio. US-Dollar, rund 201 Mio. Euro
Veränderung Nettogewinn: minus 67 Prozent zum Vorjahr
Nettomarge: 2,1 Prozent nach 6,2 Prozent im Vorjahr
Kosten der Auftragsabwicklung: plus 18,1 Prozent
EU-Zoll: 3 Euro je Warenkategorie bis 150 Euro Warenwert seit 1. Juli 2026
Strategie: mehr Lagerbestand in Europa und höherpreisiges Sortiment
