Richter Schuhe meldet Insolvenz an

  /  14.11.2023

Die Kinderschuhmarke Richter ist insolvent. Als Grund werden mögliche Rückforderungen von Unterstützungsgeldern im Rahmen der Pandemie genannt…

Die Ferdinand Richter GmbH & Co. KG mit der Marke Richter, laut eigenen Angaben „Europas ältestes und traditionsreichstes Kinderschuhunternehmen“ ist insolvent. Es wurde laut dem Kreditschutzverband Österreich ein Sanierungsverfahren ohne Eigenverwaltung am Landesgericht für Zivilrechtssachen Graz eröffnet. Aufgrund der Covid-Pandemie sei ein unerwarteter Finanzierungsbedarf notwendig geworden, der mittels Überbrückungsfinanzierungen, der Unterstützung der Gesellschafterinnen und Gesellschafter sowie staatlicher Förderungen gedeckt werden konnte. Unklarheiten eines Rückforderungsanspruches betreffend eines Verlustersatzes hätten nun allerdings wesentlich zur Antragstellung beigetragen, zumal aufgrund dieses Umstandes zuletzt geführte Gespräche mit finanzierenden Stellen laut Unternehmen nicht positiv finalisiert werden konnten.

Die Fortführung und Entschuldung durch einen Sanierungsplan wird angestrebt, die erforderlichen Mittel sollen insbesondere aus dem operativen Betrieb, der Verwertung des Warenlagers sowie erforderlichenfalls von dritter Seite finanziert werden. Die rund 116 Gläubiger sollen eine Quote von 20% ihrer Forderungen erhalten. Von der Insolvenz betroffen sind rund 20 Mitarbeitende; zum Insolvenzverwalter wurde Dr. Arno Roman Lerchbaumer bestellt, zu dessen Stellvertreter Mag. Harald Johannes Schlager.

Seit 1893 werden unter der österreichischen Marke „Richter“ Kinderschuhe produziert. Die „Richter Schuhe“ wurden zunächst von der österreichischen Gesellschaft Ferdinand Richter GmbH mit Sitz in Pasching hergestellt, ehe die Gesellschaft im Jahr 2020 auf die Antragstellerin umgewandelt wurde. „Richter Schuhe“ werden in Europa sowie in Asien hergestellt; die Kernabsatzmärkte sind die D.A.CH.-Länder und Ungarn. Der Sitz in Pasching ist historisch begründet, Produktion und Lager wurden an die slowakische Tochtergesellschaft ausgelagert. Die tatsächliche faktische Leitung, insbesondere die strategische und kaufmännische Führung, erfolgt in Graz.

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