Proteste bei Zalando

  /  01.12.2025

Inmitten des Weihnachtsgeschäfts wird bei Zalando in der Logistik gestreikt. Verdi fordert einen Tarifvertrag, der Onlinehändler veröffentlicht eine Erklärung zur Bezahlung…

Die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (Verdi) weitet den Kampf für einen Tarifvertrag bei Zalando aus: In den Logistikzentren in Mönchengladbach und Erfurt wird seit Freitag, 28. November 2025, gestreikt. Darüber hinaus verleiht Verdi in Baden-Württemberg, Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen, Sachsen und Berlin am Montag, 1. Dezember 2025, mit Aktionen in 14 der deutschlandweit 16 Zalando-Outlet-Stores den Forderungen nach Tarifverhandlungen Nachdruck. Die Streiks und Aktionen sollen bis zum 2. Dezember 2025 andauern.

Zalando erwirtschaftet in diesem Jahr nach eigenen Prognosen einen Vorsteuergewinn von mehr als einer halben Mrd. Euro, pro Beschäftigten 36.000 Euro. Arbeitnehmende sollen laut Verdi „indes mit Almosen abgespeist werden“, weshalb man die Anerkennung der Flächentarifverträge des Einzel- und Versandhandels fordere. Trotz bereits erzielter Verbesserungen durch vorangegangene Streiks würden die Löhne und Regelungen zur Arbeitszeit nach wie vor deutlich unter dem tariflichen Niveau liegen. 

„Die Weigerung Zalandos, seinen Beschäftigten die Sicherheit und Wertschätzung eines Tarifvertrages zuzugestehen, ist ein Skandal und einem Unternehmen, das mit Millionengewinnen zu den profitabelsten Online-Händlern Europas gehört, unwürdig. Der Unternehmens-Slogan ‚free to be' ist für die Beschäftigten dabei blanker Hohn“, so Verdi-Bundesvorstandsmitglied Silke Zimmer. Mit den Aktionen vor den Outlet-Stores mache man auch Kundinnen und Kunden auf die Forderungen nach Verhandlungen aufmerksam und rufe die Öffentlichkeit zu Solidarität mit den Beschäftigten im Kampf um einen Tarifvertrag auf. 

„Unsere Streiks zeigen Wirkung“, betont Zimmer. „Wir werden den Druck aufrechterhalten, bis Zalando seinen Beschäftigten endlich die angemessene Wertschätzung entgegenbringt und sich zu Verhandlungen über einen Tarifvertrag bereit erklärt.“ Der Onlinehändler erklärt unter anderem, die Gehälter in Erfurt seit letztem Jahr bereits um insgesamt 14,5% angehoben und den Urlaubsanspruch auf bis zu 30 Tage erhöht zu haben. Zalando orientiere sich in allen Geschäftsbereichen an branchenüblichen Vergütungen. Darüber hinaus zahle man für Mitarbeitende in der Logistik regelmäßig Urlaubs- und Weihnachtsgeld, vermögenswirksame Leistungen sowie einen Zuschuss zur betrieblichen Altersvorsorge und zum Monatsticket für den öffentlichen Nahverkehr. Diese Vergütungspakete würden jährlich geprüft und angepasst.

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