Produktpiraterie kostet Millionen

  /  21.08.2014

Nahezu 36 Mio. Artikel wurden im vergangenen Jahr an Grenzen der EU beschlagnahmt – mit 12% verfällt einer der größten Anteile der Beschlagnahmungen auf…

Mit einem Gesamtwert von mehr als 760 Mio. Euro sind die Zahlen für beschlagnahmte Waren an den Außengrenzen der EU laut Jahresbericht 2013 der Kommission über Zollmaßnahmen zur Durchsetzung der Rechte des geistigen Eigentums zwar rückläufig, dennoch wurden rund 36 Mio. Produkte aus dem Verkehr gezogen. Ganz oben auf der Liste der von Zollbehörden abgefangenen Warengruppen stehen Textilien mit insgesamt 12%, gefolgt von Arzneimitteln mit etwa 10%. Produktpiraterie bleibt nach wie vor ein ernstzunehmendes Thema, so könne sich der Gesamtwert aller Beschlagnahmungen nach Schätzungen der Internationalen Handelskammer bis 2015 auf 1,7 Mrd. US-Dollar belaufen. Basierend auf den Erhebungen des OECD (The Organisation for Economic Co-operation and Development) aus dem Jahr 2008, prognostiziert die ICC somit, dass jährlich Waren in Höhe von 650 Mio. US-Dollar über die Grenzen geschmuggelt werden sollten. Die Dunkelziffern lägen demzufolge noch höher.

Algirdas Šemeta, EU-Kommissar für Steuern, Zollunion, Audit und Betrugsbekämpfung: „Europas Wertschöpfung beruht auf Innovation und Kreativität. Der Schutz der Rechte des geistigen Eigentums ist daher nicht nur wichtig für die Gesundheit und Sicherheit der Verbraucher, sondern auch für Wachstum und Beschäftigung in der EU. Aus den Zahlen im heutigen Bericht ist ersichtlich, dass die Fälscher vor keinen Waren Halt machen[…]“

Rund 70% der Zollinterventionen im Jahr 2013 verfielen auf Post- und Kurierpakete, in etwa 90% aller beschlagnahmten Produkte wurden entweder vernichtet oder es wurden Gerichtsverfahren eingeleitet, um den jeweiligen Rechtsverstoß festzustellen. Mit 66% aller beschlagnahmten Artikel führt China nach wie vor die Liste der Herkunftsländer an, 13% der Waren stammten 2013 aus Hongkong.

Mittlerweile sind von der Produktpiraterie nicht mehr nur Luxus- sowie Sportmarken betroffen, die Zahl plagiierter Artikel von kleineren mittelständischen Firmen nimmt stetig zu. Die BASPCAP (Business Action to Stop Counterfeiting and Piracy), eine Initiative der Internationalen Handelskammer, soll darauf abzielen, das Bewusstsein der Öffentlichkeit für die Gefahren der Marken- und Produktpiraterie zu schärfen. Laut BASCAP ist der wirtschaftliche Schaden durch Plagiate im mehrstelligen Millionenbereich angekommen; zum einen spiele der Umsatzverlust eine zentrale Rolle, jedoch beträfe es auch den Image-Schaden, den Marken hinnehmen müssen, sollte ein Kunde ein vermeintliches Original konsumieren, welches mit erheblichen Mängeln versehen ist.

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