Primark öffnet sich dem Versandhandel

  /  11.09.2026

Ein neues Logistikzentrum ebnet Primark den Weg zum Versandhandel. Nach Hause geliefert werden soll zunächst nur in Großbritannien…

Primark bereitet den Einstieg in den klassischen Versandhandel vor. Das Unternehmen will erstmals Bestellungen direkt an seine Kunden liefern. Vorgesehen ist das Angebot zunächst für Großbritannien, also England, Schottland und Wales. Für Deutschland und andere Primark-Märkte wurden keine entsprechenden Pläne angekündigt.

Das neue Angebot baut auf dem britischen Click-and-Collect-Service auf. Primark begründet den Strategiewechsel mit der fortgeschrittenen Digitalisierung des Unternehmens, dem Erfolg des Abholangebots und den veränderten Bedingungen im Onlinehandel.

Als logistische Grundlage hat Primark ein hochautomatisiertes Fulfillment-Zentrum in Sheffield übernommen. Der Kaufpreis liegt nach Angaben von Reuters bei 90 Mio. Pfund. Einen Starttermin für den Versandhandel oder konkrete wirtschaftliche Ziele nennt das Unternehmen noch nicht.

Der Schritt bedeutet eine grundlegende Abkehr vom bisherigen Geschäftsmodell. Primark hatte Lieferungen nach Hause über Jahre ausgeschlossen. Wegen der niedrigen Verkaufspreise und Warenkörbe galt der Versand als wirtschaftlich schwer darstellbar.

Die Ankündigung fällt in eine schwächere Geschäftsphase. Für das vierte Quartal erwartet Primark einen Rückgang der vergleichbaren Umsätze um drei Prozent. In Großbritannien und Irland sollen sie um 0,4 Prozent steigen, während für Kontinentaleuropa ein Minus von 4,3 Prozent prognostiziert wird.

Parallel bereitet der Mutterkonzern Associated British Foods die Abspaltung von Primark vor. Der Prozess soll im Dezember 2027 abgeschlossen werden.

Key Facts
Unternehmen: Primark
Vorhaben: erstmalige Lieferung nach Hause
Geplantes Liefergebiet: Großbritannien
Deutschland: bislang nicht vorgesehen
Bisheriges Onlineangebot: Click & Collect
Logistik: hochautomatisiertes Fulfillment-Zentrum in Sheffield
Kaufpreis laut Reuters: 90 Mio. Pfund
Starttermin: nicht genannt
Vergleichbarer Umsatz im vierten Quartal: voraussichtlich minus drei Prozent
Abspaltung von ABF: geplant für Dezember 2027

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