Primark ist kürzlich ebenfalls der Detox-Kampagne beigetreten und hat sich im Zuge dessen dazu verpflichtet, bis 2020 auf alle schädlichen Chemikalien zu verzichten. Paul Lister, Chefjurist der Modekette und verantwortlich für das Thema Unternehmensethik, erklärt gegenüber der Zeit, dass Primark seine Verantwortung schon immer extrem ernst genommen habe. Nach dem Einsturz der Fabrik Rana Plaza in Bangladesch habe man als erstes Unternehmen zugegeben, dort produzieren zu lassen, in den ersten Wochen 1.300 Menschen mit Nahrungsmitteln unterstützt, allen 3.621 Arbeitern Entschädigungen in Höhe von neun Monatsgehältern gezahlt und insgesamt bislang 2,4 Mio. Euro ausgegeben. Für die 550 Mitarbeiter, die nur für Primark tätig waren, arbeite man zurzeit an einer langfristigen Unterstützung ähnlich einer Berufsunfähigkeitsversicherung. Spätestens Anfang April 2014 sollen die ersten Beträge ausgezahlt werden. Die Höhe wird nicht genannt. Die 40 Hochrisikogebäude in Bangladesch habe man überprüft und keine Fabrik gefunden, die „Probleme machen könnte“, Rana Plaza sei eine Ausnahme gewesen, da der Chef die Bauvorschriften nicht beachtet und Primark gefälschte Unterlagen gezeigt habe.
Auf den Vorwurf, Textilien von Primark enthielten Weichmacher, die unter anderem auch krebserregend sein könnten, erklärt Lister, das Unternehmen habe nichts Illegales getan, der Anteil der Phtalate nie EU-Grenzwerte überschritten und die Mode von Primark sei ethisch verantwortlich hergestellt. Die Gewinnmargen lägen zwischen 10 und 12% – kompensiert über die großen Mengen. So kam man im vergangenen Jahr auf einen operativen Gewinn von 610 Mio. Euro.
Primark teile sich 98% der Fabriken in Bangladesch mit anderen Marken, die Löhne der Näherinnen würden von den Zulieferern gezahlt und die können nicht unterschiedlich zahlen, je nachdem, für wen die Näherin gerade arbeitet. Sich aus Bangladesch zurückzuziehen, wäre der komplett falsche Schritt. Primark gibt laut Lister über eine Milliarde Euro in Entwicklungsländern aus, 700.000 Menschen arbeiten in den Fabriken, in denen das Unternehmen ordere. Wenn Primark ginge, würde es extrem schwer für Bangladesch.
Primark nimmt Verantwortung „extrem ernst“
/ 14.02.2014Primark und ethisch verantwortliches Handeln – wie das laut Paul Lister, verantwortlich für das Thema Unternehmensethik, zusammen passt…

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