Um die Zahl der Plastiktüten zu reduzieren, hieß es, der deutsche Handel unterstütze die Umsetzung einer entsprechenden EU-Richtlinie und wolle Kunststofftüten ab dem 1. April 2016 nicht mehr unentgeltlich an Kunden abgeben; das Startdatum für die geplante Selbstverpflichtung verschiebt sich nun offenbar. Die Unterschrift der Bundesumweltministerin Barbara Hendricks (SPD) für die entsprechende Vereinbarung steht noch aus; das Bundesumweltministerium habe den 1. April nie als Datum kommuniziert. Hendricks erklärte aber bereits, sie wolle eine ordnungsrechtliche Regelung durchsetzen, sollte die Selbstverpflichtung nicht funktionieren.
Der HDE erklärte im Februar, es beteiligten sich zum Start so viele Unternehmen, dass bereits 60% der Tüten im Handel erfasst sind. Innerhalb von zwei Jahren sollen mindestens 80% der Kunststofftüten in Deutschland kostenpflichtig sein; die Teilnahme weiterer Branchen sei vorgesehen. Laut der Zeitung Die Welt zeigen sich der Zentralverband des Deutschen Bäckerhandwerks sowie die Bundesvereinigung der Deutschen Apothekerverbände allerdings nicht überzeugt – zudem käme ein Drittel der Kunststofftüten aus Apotheken und Bäckereien, Tankstellenshops, Imbissen und von Wochenmärkten.
Die Mehrheit der Konsumenten (81%) hingegen ist laut einer Umfrage von YouGov unter 1.310 Teilnehmern für eine Gebühr auf Plastiktüten. Nur 4% transportieren ihre Einkäufe in der Regel in einer neuen Tüte. Derzeit liegt der jährliche Pro Kopf-Verbrauch in Deutschland bei 71, das ist der viertniedrigste Wert in der EU. Der Durchschnitt beläuft sich auf 176.
