Martin Picard hat zum 1. Oktober die wesentlichen Vermögenswerte der insolventen Picard-Gesellschaften übernommen. Der Gläubigerausschuss stimmte der Investorenlösung zu.
Der Geschäftsbetrieb wird unter der Marke Picard in der neu gegründeten Picard Leathergoods GmbH und der Picard Retail GmbH fortgeführt. Martin Picard übernimmt bei beiden Gesellschaften die Geschäftsführung.
Rund 55 der zuvor etwa 90 Beschäftigten arbeiten weiter für das Unternehmen. Etwa 20 Mitarbeiter verlieren ihre Stellen; weitere Arbeitsverhältnisse enden nach Angaben der regionalen Berichterstattung im Zuge auslaufender Verträge oder Vereinbarungen.
Erhalten bleiben der Standort in Obertshausen mit Outlet-Store sowie die Marken-Stores an den Flughäfen Frankfurt und München. Auch der Onlinehandel soll weiter ausgebaut werden. Der stationäre Fachhandel wird weiterhin beliefert.
Die beiden bisherigen Gesellschaften hatten Mitte Juni beim Amtsgericht Offenbach am Main Sanierungsverfahren in Eigenverwaltung beantragt. Das Gericht eröffnete die Verfahren zum 1. September und bestellte Nadja Raiß von K&L Gates zur Sachwalterin. Die Insolvenzverfahren betreffen weiterhin die bisherigen Gesellschaften.
Picard war bereits 2020 in ein Insolvenzverfahren geraten und hatte die Sanierung 2021 abgeschlossen. Mit der jetzigen Übernahme bleibt der 1928 gegründete Lederwarenspezialist im Besitz der Familie Picard.
Key Facts
Unternehmen: Picard Lederwaren
Sitz: Obertshausen
Gründung: 1928
Investorenlösung: Martin Picard
Wirksam seit: 1. Oktober 2026
Neue Gesellschaften: Picard Leathergoods GmbH und Picard Retail GmbH
Geschäftsführung: Martin Picard
Fortgeführte Standorte: Obertshausen sowie Flughäfen Frankfurt und München
Beschäftigte vor Sanierung: rund 90
Weiterbeschäftigt: rund 55
Verfahren: Insolvenz in Eigenverwaltung
Insolvenzgericht: Amtsgericht Offenbach am Main
Sachwalterin: Nadja Raiß, K&L Gates
